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Innere Medizin 1. Oktober 2006

100 Jahre Allergie: Clemens von Pirquet – sein Allergiebegriff und das ihm zugrunde liegende Krankhe

Der Wiener Kinderarzt Clemens von Pirquet (1874–1929) führte ausgehend von seinen klinischen Studien auf dem Gebiet der Infektiologie und Immunologie im Jahr 1906 den Begriff "Allergie" ein. Er verstand darunter ganz allgemein eine Veränderung der Reaktionsfähigkeit des Organismus, und zwar in zeitlicher, quantitativer und qualitativer Hinsicht. Im Gegensatz zur heute verbreiteten Verwendung des Allergiebegriffs, wo er auf immunologisch vermittelte, spezifische Überempfindlichkeitsreaktionen gegen harmlose Umweltsubstanzen beschränkt ist, umfasst Allergie bei Pirquet als allgemeiner und übergeordneter Begriff gleichermaßen Steigerungen und Verminderungen der Reaktionsfähigkeit und damit sowohl "Über-" als auch "Unterempfindlichkeitsreaktionen". Im Zusammenhang mit der Ausweitung des Allergiebegriffs auf die Disposition des Menschen wies Pirquet darauf hin, dass die Änderung der Reaktionsfähigkeit nicht nur von äußeren Substanzen (sog. Allergenen), sondern auch von inneren, organismuseigenen Faktoren abhängt. – Der in der vorliegenden Publikation erstmals herausgearbeitete, sämtliche Arbeiten Pirquets von 1903 bis 1929 durchziehende zentrale Gedanke, ist die Orientierung auf den Organismus und seine Reaktionsfähigkeit. Er bildet den eigentlichen Kern seiner Allergielehre.

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