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Innere Medizin 4. Juni 2008

Hochpräzision in der Strahlentherapie

Die Strahlentherapie hat sich in den letzten Jahren rasant wie kaum eine andere Disziplin der High-Tech-Medizin weiterentwickelt. Die heute zur Verfügung stehenden bildgebenden Verfahren und modernste Bestrahlungsgeräte ermöglichen eine viel exaktere Strahlenbehandlung mit bedeutend erhöhten Heilungschancen und weniger Nebenwirkungen, als sie noch vor einigen Jahren vorstellbar war.

Im Mittelpunkt der neuen Möglichkeiten steht die Entwicklung von zielgenaueren Verfahren. Die verbesserten Behandlungsoptionen basieren auf enormen Fortschritten bei der bildgebenden Darstellung des erkrankten Gewebes. Diese „bildgestützte Radiotherapie“ (Image guided Radiotherapy) ermöglicht wiederum eine verbesserte Planung und somit eine optimierte Dosierung der Bestrahlung.
Von essentieller Bedeutung für den Behandlungserfolg ist die Möglichkeit, bei der Bestrahlung den Tumor zielsicher ins Visier zu nehmen und die bisher erforderlichen Sicherheitszonen um den Tumor zu reduzieren. Diese Sicherheitszonen dienen dazu, Organbewegungen während der Strahlentherapie (z. B. durch Atmung oder Lagerungsvariationen) auszugleichen. Da durch die neuen bildgebenden Verfahren der Tumor wesentlich exakter vor und vor allem auch während der Strahlenbehandlung lokalisiert werden kann, ist es nun auch möglich, höhere Strahlendosen zum Einsatz zu bringen: Der Tumor wird effektiv zerstört und das umliegende gesunde Gewebe geringer belastet. Nebenwirkungen sind so auf ein Mindestmaß reduziert.
Der Planungsphase kommt daher große Bedeutung zu. Eine CT-gestützte dreidimensionale Darstellung des Tumors wird mit den Bildern eines zusätzlich angefertigten MRT kombiniert. Somit kann das Zielgebiet exakt dargestellt werden. Die laufende Lokalisierung während der Behandlung erfolgt mittels eines integrierten Computertomographen bzw. eines stereotaktischen Röntgensystems, das die Darstellung und Kontrolle der Bewegungen von Tumoren und Normalgeweben in Echtzeit darstellt. Dadurch werden auch minimale Bewegungen des Tumorgewebes während der Behandlung dargestellt und die Bestrahlung kann gegebenenfalls entsprechend korrigiert werden.
Gerade was die Frage der Erhöhung der Strahlendosis betrifft, haben sich einige Zentren in Deutschland und Österreich – nicht zuletzt auch dank einer auf dem allerletzten technischen Stand befindlichen Ausstattung mit Planungssoftware, Therapie-Simulationsgeräten und Linearbeschleunigern mit integriertem Computertomograph und stereotaktischem Röntgensystem – international profilieren können. Zentrale Aufmerksamkeit wird dabei auf die besonders behutsame und nur in kleinen Schritten erfolgende Dosiseskalation gelegt. Auf diese Weise wird eine Optimierung des Heilerfolges angepeilt.
Prof. Dr. Richard Pötter, Kongresspräsident der DEGRO/ÖGRO 2008 (Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie/Österreichische Gesellschaft für Radioonkologie, Radiobiologie und Medizinische Strahlenphysik) und Leiter der Universitätsklinik für Strahlentherapie in Wien, sieht die weiteren Möglichkeiten in der Dosiserhöhung optimistisch und meint dazu: „Entwicklungen wie die intensitätsmodulierte Radiotherapie oder das erst kürzlich an der Universitätsklinik für Strahlentherapie in Betrieb genommene Cone-Beam-CT sollten Potenzial für eine weitere Steigerung der Gesamtdosis bieten.“

Quelle: Presseaussendung der
medical media consulting

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