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Innere Medizin 24. April 2008

Außer Atem

Lungenkrebs nimmt bei Männern den ersten Platz ein, bei Frauen ist er Killer Nummer zwei. An COPD, der „Raucherlunge“, leiden heute weltweit rund 600 Millionen Menschen. In Österreich haben 25 Prozent der Bewohner eine Allergie, 20 Prozent der Volksschulkinder haben allergischen Schnupfen, und sechs bis zehn Prozent der Bevölkerung sind Asthmatiker. Die Österreichische Lungenunion fordert bessere Schulungen von Allgemeinmedizinern.

Eine Befragung unter Asthma-Patienten zeigt, dass diese die chronische Krankheit als belastend und die Lebensqualität stark beeinträchtigend erleben (siehe Asthma-Studie Österreich). „Asthma hat somit weitreichende gesundheitliche und psychosoziale Folgen“, so der Sprecher der Patientenorganisation Österreichische Lungenunion (ÖLU), Otto Spranger. „Ein Maßstab für eine angemessene Asthma-Therapie sind die GINA-Richtlinien, die davon ausgehen, dass ein Patient nur dann gut eingestellt ist, wenn er in der Nacht nicht öfter als einmal pro Monat Asthma-bedingt aufwacht“, weiß Spranger und betont, dass „dies nur bei etwa jedem Fünften der Fall ist.“
Behandelt wird Asthma in Österreich bei 75 Prozent der Befragten von einem Lungenfacharzt, in 52 Prozent von praktischen Ärzten. „Allerdings wird die Kompetenz des Allgemeinmediziners im Zusammenhang mit Asthma von vielen Patienten als nicht sehr hoch eingeschätzt“, berichtet Spranger. Der Feststellung „Mein Arzt weiß sehr viel über Asthma“ konnten nur 29 Prozent der Patienten, die einen Hausarzt besucht haben, „voll und ganz“ zustimmen, hingegen 74 Prozent der Patienten von Lungenfachärzten. Nur 40 Prozent sind dann auch mit ihrer derzeitigen medikamentösen Behandlung „sehr zufrieden“.
„Aus all dem ergibt sich die Notwendigkeit zu einer besseren Schulung von Allgemeinmedizinern“, folgert Spranger. Allerdings wünschen sich auch die Asthmapatienten zu 83 Prozent „sehr“ bzw. „eher“ eine „bessere Verfügbarkeit eines Asthmaspezialisten, wenn ich einen brauche“, und insgesamt 74 Prozent „sehr“ oder „eher“ eine „Schulung, um besser Bescheid zu wissen und sich richtig verhalten zu können“.

COPD-Risiko Passivrauchen

„Das Bewusstsein für Lungenkrebs ist heute in der Öffentlichkeit viel besser verankert als für Chronic Obstructive Pulmonary Disease (COPD)“, konstatiert der Wiener Pulmologe Prim. Dr. Norbert Vetter. Es wird schätzt, dass COPD 2020 die dritthäufigste Todesursache weltweit sein wird. Heute nimmt sie noch den vierten Platz ein. COPD ist die einzige Ursache für Tod, deren Häufigkeit in den vergangenen drei Jahrzehnten zugenommen hat.
Neben dem Rauchen sind Luftverschmutzung und Hausbrand Risikofaktoren für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung. Eine aktuelle Studie kommt zu dem Ergebnis, dass Personen, die oft passiv rauchten – etwa 40 Stunden pro Woche während mehr als fünf Jahren – ein um 48 Prozent erhöhtes Risiko für eine COPD haben (Lancet 2007; 370: 751-757).
„Eine Konsequenz daraus muss eine konsequente Früherkennung der COPD mittels Lungenfunktionsmessung sein“, fordert Vetter, „und zwar bei jeder sich bietenden Gelegenheit, also bei Vorsorgeuntersuchungen oder bei einem Termin beim Allgemeinmediziner. Allerdings muss diese ärztliche Leistung auch bezahlt werden.“

Training, Schulung, Tests

Eine Trainingstherapie kann wesentlich zur Erhaltung der körperlichen Leistungsfähigkeit und damit zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen. Dabei geht es um ein spezielles Training, das die Fitness der Betroffenen stärken und erhalten, die Muskulatur aufbauen und den eingeschränkten Aktionsradius von COPD-Patienten erweitern soll. Vetter: „Das Wichtigste: Patienten müssen über ihre Erkrankung ausreichend informiert sein und darüber hinaus Beratung zum Selbstmanagement ihrer Krankheit erhalten. Diese schließt auch den richtigen Umgang mit inhalativen Medikamenten ein, insbesondere weil durch die neuen Generika völlig unterschiedliche Inhalationsgeräte zur Verfügung stehen.“

 Asthma-Studie Österreich

Presseaussendung der ÖLU / IS

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