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Innere Medizin 21. Mai 2008

Neues vom Mamma-Karzinom

Auf der Frühjahrstagung der Österreichischen Gesellschaft für Hämatologie und Onkologie in Innsbruck wurden neue Untersuchungen hinsichtlich der Mammakarzinom-Therapie vorgestellt.

Die Central European Cooperative Oncology Group (CECOG) hat vieleStudien auf dem Gebiet des metastasierten Mammakarzinoms (MMC) durchgeführt, die sich sowohl auf Patientenpopulationen mit Her-2/neu-negativem als auch -positivem Mammakarzinom bezogen. Eine weitere, groß angelegte, randomisierte Studie zur Untersuchung der Effektivität von Bevacizumab in Kombination mit entweder Paclitaxel oder Capecitabine befindet sich am Anfang der Rekrutierung.

Aus den derzeit vorliegenden drei Studien der CECOG bei MMC, das sind ...

  • 1. eine randomisierte Studie zur Erfassung der Effektivität von Gemcitabine, Epirubicin und Paclitaxel (GET) versus Fluorouracil, Epirubicin, Cyclophosphamid bei Anthrazyklin-naiven Patientinnen mit MMC (Zielinski et al., J Clin Oncol 2005),
  • 2. eine randomisierte Studie zur konkomitanten versus einer sequentiellen Verabreichung von Docetaxel und Gemcitabine (Zielinski et al., submitted zu ASCO 2008) sowie
  • 3. eine randomisierte Studie zur Effektivität von Trastuzumab plus Capecitabine versus Capecitabine bei Patientinnen mit MMC mit Her-2/neu-positiven Tumoren nach Progredienz unter Erstlinien-Trastuzumab-Therapie (Kooperation GBG und CECOG; v. Minckwitz et al., SABCC 2007)
  • 4. und einem von CECOG organisierten Consensus Meeting zur Therapie des MMC (Beslija et al, Ann. Oncol. 2007),
  • ... können folgende Schlüsse gezogen werden:

  • Bei Patientinnen, die noch kein Anthrazyklin erhalten haben, ist eine Polychemotherapie mit FEC (E: 90mg/m2) wahrscheinlich ebenso effektiv, jedoch weniger toxisch wie Taxan-basierte Chemotherapie. Dies gilt ganz besonders für Dreierkombinationen.
  • Monotherapie ist wahrscheinlich ebenso effektiv wie Polychemotherapie, allerdings stellt die Toxizität auch in dieser klinischen Situation einen limitierenden Faktor dar (ASCO 2008).
  • Bei Anthrazyklin-Vorbehandlung ist eine Taxan-basierte Chemotherapie in Kombination mit Gemcitabine oder Capecitabine Therapie der Wahl.
  • Bei Patientinnen mit Her-2/neu positivem MMC stellt die Therapie mit Trastuzumab in Kombination mit Capecitabine jenseits der Trastuzumab-basierten Erstlinientherapie wahrscheinlich ein klinisch effektives Vorgehen dar.
  • Bevacizumab stellt eine besonders interessante Substanz dar, deren klinisches Potenzial bei MMC erste sehr gute Ergebnisse gezeigt hat. CECOG ist stolz, an der Weiterentwicklung der Substanz bei MMC mitarbeiten zu dürfen.
  • Der Originalartikel erschien in voller Länge im Skriptum Kongressjournal 5/08.

    Prof. Dr. Christoph Zielinski ist Vorstand der Klinik für Innere Medizin I, Leiter der Klinischen Abteilung für Onkologie.

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