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Innere Medizin 1. Oktober 2006

Vergleich der Proteom-Profile von Entamoeba histolytica und der nah verwandten, aber apathogenen Ent

Der mikroaerophile Protist Entamoeba histolytica verursacht die Amöbendysenterie und den Amöbenleberabszess und ist so für signifikante Morbidität und Mortalität in vielen Ländern dieser Welt verantwortlich. Sein naher Verwandter Entamoeba dispar lebt auch im Dickdarm des Menschen, ist aber apathogen. In dieser Studie wollten wir untersuchen, ob es möglich ist, die enge Verwandtschaft zwischen diesen beiden Organismen auszunützen, um durch den Vergleich der Proteinexpressions-Profile von pathogenen und apathogenen Amöben nach bisher unbekannten Virulenzfaktoren von E. histolytica zu suchen. So wandten wir die Methode der zweidimensionalen Gelelektrophorese an, um Proteine identifizieren zu können, die spezifisch in E. histolytica exprimiert sind und die deshalb möglicherweise eine Rolle bei der Pathogenität spielen könnten. Bei der Untersuchung des Proteinspektrums von Ganzzellextrakten aus E. histolytica und E. dispar stellte sich heraus, dass trotz der nahen genetischen Verwandtschaft der beiden Spezies die Proteinexpressions-Profile so unterschiedlich waren, dass es unmöglich war, einzelne spezifisch vorkommende Proteine als mögliche Virulenzfaktoren zu identifizieren. Aufgrund dieser Schwierigkeiten haben wir zwar noch keine neuen Kandidaten für Virulenzfaktoren, aber unsere Studie hat zum ersten Mal auch auf der Ebene des Proteoms die Ansicht untermauert, dass es sich bei E. histolytica und E. dispar eindeutig um zwei getrennte Spezies handelt.

David Leitsch, Iain B. Wilson, Katharina Paschinger, Michael Duchêne, Wiener klinische Wochenschrift

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