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Innere Medizin 29. September 2008

Magen und Darm im Netz der Netze

Endoskopie-Bilder, Fallbeispiele und kostenlose Lehrbücher von US-Experten: die Ärzte Woche präsentiert eine Auswahl von Gastroenterologie-Links. Lesen Sie hier, wo Sie online rasch Informationen finden, die für die praktische Arbeit in dieser Disziplin relevant sind.

Sie wollen sich online ein erstes Bild zum Thema Gastroenterologie verschaffen? – Dann sei Ihnen der „Atlas der gastroenterologischen Endoskopie“ der II. Medizinischen Abteilung des Albertinen-Krankenhauses in Hamburg empfohlen. Unter www.endoskopiebilder.de sind auf einer kompetent gestalteten Website mehr als 1.000 Innenansichten des Magen-Darm-Traktes abrufbar.
Dieser umfangreiche Fundus an endoskopischen Aufnahmen ist übersichtlich nach Rubriken wie „Ösophagus“, „Magen“, „Duodenum“ oder „Kolon“ geordnet. Außerdem sind auch etwa 23 „Videos“ zugänglich sowie neun Kasuistiken. Zu den Themen dieser Fallbeschreibungen zählen beispielsweise eine „Eosinophile Ösophagitis“ oder eine „Ulcus-Perforation“. Neben einer kurzen Anamnese, klinischen Befunden und den endos­kopischen Darstellungen werden jeweils auch die dazugehörigen Sonographien und in einem späteren Schritt die histologischen Bilder und weiteren Bildgebungen präsentiert.

Für Anfänger und Fortgeschrittene

Laut den Betreibern soll dieser Internetservice „dem endoskopischen ,Anfänger’ systematisch die typischen Befunde vor Augen führen“. Zugleich soll er „erfahreneren Endoskopikern oder Endoskopie-Pflegekräften seltenere Befunde und Verläufe demonstrieren“. Zudem wurde vom Team der II. Medizinischen Abteilung des Hamburger Albertinen-Krankenhauses auch ein internistischer Sonographie-Atlas erstellt. Er hat die Internet-Adresse www.sonographiebilder.de und enthält über 750 digitalisierte Ultraschall-Bilder, darunter 125 für den „Magen-Darm-Trakt“.

Mehr Bilder im Web

Das genannte Angebot ist selbstverständlich nicht der einzige Endoskopie-Service im Netz der Netze. Unter www.endoatlas.com kann zum Beispiel der „Atlas of Gastrointestinal Endoscopy“ zweier Fachärzte aus Georgia, USA, genutzt werden. Auch dieser Dienst erfreut sich regen Zuspruchs durch die User. Seit der Freischaltung im Jahr 1996 wurden mehr als eine halbe Million Besucher gezählt. Aktuell werden diesen rund 1.050 Endoskopie-Bilder geboten, darunter speziell solche aus dem Bereich „Capsule Endoscopy“.
Die US-Site ist mit mehreren Gütesiegeln für medizinische Webinfos ausgezeichnet und hat sich unter anderem verpflichtet, die Richtlinien der Schweizer Health On the Net Foundation, www.hon.ch, einzuhalten. Weitere endoskopische Befunde sind auf www.endoskopischer-atlas.de, einer Website zweier deutscher Gastroenterologen, abrufbar. Die rund 700 Bilder sind nach den Regionen „Ösophagus“, „Magen“, „Duodenum“, „Kolon“ und „ERCP“ (Endoskopische Retrograde Cholangio-Pankreatikographie) geordnet.

Sammlung von Medizin-Links

Die „Gastroenterologie“ definiert sich bekanntlich nicht nur über die gastroenterologische Endoskopie. Mehr und umfassendere Links zu diesem Fachgebiet finden sich in übersichtlich geordneter Form unter anderem auf www.medlink.at. Diese umfangreiche und verdienstvolle Sammlung von medizinischen Internetadressen für alle Disziplinen wurde von Dr. Josef Hauer erstellt, einem Facharzt für Innere Medizin in Wien-Margareten, der damit eine „Einstiegshilfe in die medizinische Onlinewelt“ zur Verfügung stellen will.
Über „Fachgebiete“, „Innere Medizin“ und schließlich „Gastroenterologie und Hepatologie“ ist eine Liste mit spezifischen Web­adressen abrufbar. Diese umfasst zum Beispiel eine Möglichkeit, den Crohn Disease Activity Index (CDAI) nach Dr. William R. Best aus Illinois, USA, online zu berechnen. Weiters ist hier etwa ein Eingabeformular für die „Child-Pugh-Klassifikation“ der Leberzirrhose zu finden. Auch eine Auflistung der Pages von gastroenterologischen Fachgesellschaften fehlt in dieser Sammlung nicht.
Dazu zählt die umfangreiche Website der Österreichischen Gesellschaft für Gastroenterologie und Hepatologie (ÖGGH) mit der Internetadresse www.oeggh.at. Die United European Gastroenterology Federation (UEGF) präsentiert auf ihrer Website www.uegf.org unter anderem ihren Fachkongress „United European Gastroenterology Week”, der vom 18. bis 22. Oktober dieses Jahres im Austria Center Vienna stattfinden wird. Über uegw08.uegf.org sind Informationen zu dieser Veranstaltung direkt zugänglich.
Von den zahlreichen weiteren Internetauftritten von Expertenorganisationen seien an dieser Stelle das „American College of Gastroenterology“ und seine Page www.acg.gi.org, die „American Gastroenterological Association“ mit www.gastro.org sowie die British Society for Gastroenterology erwähnt, die unter www.bsg.org.uk im Web zu finden ist.
Die „American Liver Foun­dation“ (ALF) macht auf ihrer Website www.liverfoundation.org mit ungewöhnlichen Mitteln darauf aufmerksam, dass bereits einer von zehn US-Amerikanern von einer Lebererkrankung betroffen sei. In Videos zum Thema „Don’t Ignore your Liver“ tritt nämlich auch eine „lebende Leber“ auf. – Zumindest für europäische Betrachter erscheint dies etwas gewöhnungsbedürftig.

Fachinfos für Experten

Die Userinnen und User von www.emedicine.com bleiben von derlei Formen der medialen Vermittlung verschont. Schließlich wendet sich dieses Portal des US-amerikanischen Anbieters von Online-Gesundheitsinfos WebMD auch an ein Fachpublikum. Dieses kann hier nach Disziplinen geordnet englischsprachige Online-Lehrbücher abrufen. Das Spektrum reicht von „Allergy and Immunology“ bis zu „Sports Medicine“ und umfasst selbstverständlich auch „Gastroenterology“. Informationen zu einzelnen Erkrankungen wie etwa „Diverticulitis“ oder „Ulcerative Colitis“ können jeweils nach Rubriken wie „Clinical“, „Differentials“, „Treatment“ oder „Medication“ geordnet abgerufen werden. Die Daten auf dieser Website werden kontinuierlich aktualisiert.

Weitere „fette“ Links

Auf der Page www.medscape.com, die ebenfalls von WebMD zur Verfügung gestellt wird, kann nach einer kostenlosen Registrierung speziell nach „News“ aus bestimmten Fachgebieten recherchiert werden – darunter auch die Gastroenterologie. Zu den Quellen für diesen Service zählt beispielsweise das renommierte American Journal of Gastroenterology. Nicht zuletzt sei hier auch auf das in Österreich publizierte „Journal für Gastroenterologische und Hepatologische Erkrankungen“ verwiesen. Dieses macht unter www.kup.at/journals/gastroenterologie Fachartikel als PDF-Files zugänglich. Themen der aktuellen Ausgabe sind etwa „Therapie der Adipositas – konservativ oder chirurgisch?“ oder „Intestinale Ischämie – akute und chronische Verlaufsformen“.

Mag. Dietmar Schobel, Ärzte Woche 41/2001

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