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Innere Medizin 1. Oktober 2006

Dreitägige Behandlung mit Chinin bei einmaliger Gabe von Sulfadoxin/Pyrimethamin für Plasmodium falc

HINTERGRUND: Chinin bleibt weiterhin Therapie der Wahl im Falle einer hospitalisierungspflichtigen Malaria. Die lange Therapiedauer von 7 Tage und die Nebenwirkungen sind die Hauptprobleme einer solchen Behandlung. Verkürzung der Behandlungsdauer durch die zusätzliche Gabe von Sulfadoxin/Pyrimethamin kann die Compliance verbessern und auch die Zahl der Nebenwirkungen vermindern. In Lambaréné, Gabun wurde die Wirksamkeit einer 3-tägigen Therapie mit Chinin in Kombination mit einer einmaligen Gabe von Sulfadoxin/Pyrimethamin zur Behandlung von hospitalisierten Patienten ohne Zeichen einer schweren Malaria untersucht. METHODEN: Fünfzig Kindern im Alter zwischen 2 und 7 Jahren erhielten Chinindihydrochlorid (12 mg/kg alle 12 Stunden für insgesamt 72 Stunden) gefolgt von einer oralen Dosis Sulfadoxin/Pyrimethamin (500 mg/ 25 mg Tablette). Die Kinder wurden für die Dauer der Behandlung und solange bis zwei aufeinanderfolgende Blutausstriche negativ für Plasmodien waren, hospitalisiert. Die Verlaufskontrolle dauerte 28 Tage. ERGEBNIS: Parasiten waren nach 66 Stunden (StAbw: 15 Stunden) und Fieber nach 46 Stunden (StAbw: 24 Stunden) nicht mehr nachweisbar. Alle am Tag 28 evaluierbaren Patienten waren negativ für Malariaparasiten (100% Heilungsrate, 95% KI: 92–100%). Bei nur 2 von 49 Patienten waren am Tag 7 bzw. Tag 14 Gametozyten im Blut nachweisbar. Keine der aufgetretenen Nebenwirkungen wurde als wahrscheinlich oder möglicherweise medikationsbedingt beurteilt. ZUSAMMENFASSUNG: In diesem Studiengebiet wurde mittels 3-tägiger Gabe von Chinin in Kombination mit Sulfadoxin/Pyrimethamin für die Behandlung nicht schwerer Malaria bei hospitalisierten Patienten eine sehr hohe Wirksamkeit nachgewiesen.

Pierre-Blaise Matsiegui, Michel A. Missinou, Magdalena Necek, Saadou Issifou, Peter G. Kremsner, Wiener klinische Wochenschrift

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