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Innere Medizin 8. Februar 2008

Älter, wohlbeleibt und lendenlahm

Der Frage, ob das Metabolische Syndrom als unabhängiger Risikofaktor für die erektile Dysfunktion (ED) gelten kann, ging Dr. Anton Ponholzer, Ludwig Boltzmann Institut für Urologische Onkologie und Abteilung für Urologie und Andrologie vom Donauspital, Wien, nach.

Der Verdacht besteht schon lange und sowohl in der Theorie als auch in der klinischen Praxis scheint es mittlerweile bestätigt: Das Metabolische Syndrom führt – einfach gesagt – auf Dauer zu schlechter Durchblutung und diese wiederum zu erektiler Dysfunktion.
Die große Population von 2.371 untersuchten Männern erreichte Dr. Anton Ponholzer, indem er auf Daten einer Gesundenuntersuchung der Stadt Wien zurückgriff. Das Standardprogramm dieses Checks, das eine Analyse von Bauchumfang, Gewicht, Blutfettwerten und Blutzuckerwerten inkludiert, wurde um den International Index of Erectile Function (IIEF)-Fragebogen erweitert. Das Metabolische Syndrom wurde gemäß der Definition der International Diabetes Federation (IDF) bewertet.
33,4 Prozent der Männer erreichten einen IIEF-Score von 22-25 (keine ED), 59,7 Prozent hatten einen IIEF-Score zwischen 17-21 (leichte ED) und 6,9 Prozent lagen mit ihrem IIEF-Score unter 16 (schwere ED).

Lustlose Methusalems

In der Analyse zeigte sich das Alter als hochsignifikanter Faktor bezüglich der erektilen Funktion. In geringerem Ausmaß offenbarten sich auch Hypertonie, Diabetes und Waist-Hip-Ratio als Maßstab für die Fettverteilung am Körper als Einflussgrößen.
Am Metabolischen Syndrom entsprechend der IDF-Definition litten insgesamt 33,8 Prozent der untersuchten Männer. Dabei hatten fast 60 Prozent einen überdurchschnittlichen Blutdruck, fast 40 Prozent einen Taillenumfang von über 93 cm, fast 30 Prozent erhöhte Triglyceride und 12,2 Prozent einen erhöhten Nüchternblutzucker.
Bei der Korrelation von Metabolischem Syndrom und erektiler Dysfunktion spielte das Alter eine entscheidende Rolle. Bei Männern unter 50 Jahren war der Unterschied im IIEF-Score mit oder ohne Metabolisches Syndrom gering. Bei Männern über 50 Jahren war er jedoch deutlich erkennbar. Einen signifikanten Einfluss auf die erektile Funktion bei Männern über 50 hatte freilich auch die Adipositas (gemessen an der Waist-Hip-Ratio).
Ponholzer zieht den Schluss, dass neben einer medikamentösen Therapie eine ganzheitliche Betreuung inklusive Hinterfragung der Komorbidität und des Lebensstils in der Beratung und der Betreuung der ED-Patienten unablässig ist.

Livia Rohrmoser, Ärzte Woche 41/2002

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