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Innere Medizin 20. Juni 2007

Schleichende Gefahr

Mit mehreren Veranstaltungen und einer neuen Website soll auf die unterschätzten Konsequenzen der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit pAVK hingewiesen werden. Eine Pressekonferenz in Salzburg stand am Beginn der Kampagne „Durchblutung ist Leben“.

 Füße
Periphere arterielle Verschlusskrankheit: Schmerzen zwingen zur Gehpause.

Foto: Buenos Dias/photos.com

„Morbidität und Mortalität von Patienten mit peripherer arterieller Verschlusskrankheit pAVK werden durch kardiovaskuläre Ereignisse bestimmt“, stellte Doz. Ing. Dr. Gerhard Stark, Vorstand der Abteilung für Innere Medizin, Landeskrankenhaus Deutschlandsberg, fest. „Sie haben ein dreifach höheres Risiko, an einem kardiovaskulären Ereignis zu versterben als Personen einer gesunden Vergleichspopulation.“ Man schätzt, dass in den Industrienationen 16 Prozent der über 55-Jährigen an einer pAVK leiden, in Österreich rechnet man mit mehr als 300.000 Betroffenen.
Die pAVK (auch „Schaufensterkrankheit“ genannt, weil die Patienten nach einer kurzen Gehstrecke stehenbleiben, als würden sie Window-Shoppen – dabei zwingen sie die Schmerzen zu dem Stopp) entsteht, wenn eine Verengung der Blutgefäße, welche die Beine mit Blut und Sauerstoff versorgen, auftritt. Die klassischen Symptome sind schlecht heilende Wunden an den Füßen, blaurote Verfärbungen der Füße im Sitzen, kalte Füße und Beine sowie Blässe bei gehobenen Beinen. Da die Krankheit in den Anfangsstadien asymptomatisch verläuft, hat sich die ABI-Messung als Diagnosemethode bewährt: Der ABI (= ankle-brachial index) ergibt sich aus dem systolischen Blutdruck an einer Knöchelarterie, geteilt durch den systolischen Blutdruck am Arm. Ein ABI unter 0.9 bestätigt eine pAVK; definierte Subgruppen der Werte unter 0,9 ermöglichen dem Arzt eine Einteilung in die verschiedenen Schweregrade. Wenn eine pAVK diagnostiziert wird, muss man davon ausgehen, dass diese arterosklerotischen Gefäßveränderungen auch in anderen Arterien des Körpers vorhanden sind.

Rechtzeitig eingreifen

Je früher die pAVK erkannt wird, desto umfangreicher die Therapiemöglichkeiten, die im Wesentlichen auf eine Behandlung der Risikofaktoren wie Adipositas, Diabetes mellitus, hoher Blutdruck und hoher Cholesterinspiegel abzielen: Eine Änderungen des Lebensstils (Verzicht auf Rauchen, vermehrte Bewegung, Senkung des Cholesterinspiegels durch gesündere Ernährung) ist ein absolutes Muss, als medikamentöse Therapie stehen Thrombozyten-Funktionshemmer zur Verfügung.
Prof. Dr. Ernst Pilger, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Internistische Angiologie: „Da die pAVK eine schleichende, unbeachtete Gefahr ist, ist es uns ein umso größeres Anliegen, die Bevölkerung rechtzeitig und ausführlich darüber zu informieren, denn konsequente Vorsorgemaßnahmen können diese Krankheit sogar verhindern.“

Weitere Informationen:
www.schaufensterkrankheit.at

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