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Innere Medizin 1. Mai 2006

Autoimmunthrombozytopenie (AITP) des Erwachsenen: Klinik, Diagnose und Therapie

Die Inzidenz der AITP ist 20–30/Million/Jahr. Die Diagnose kann gestellt werden, wenn eine isolierte Thrombozytopenie bei sonst normalem Blutbild und ohne Splenomegalie vorhanden ist. Zusätzliche Tests wie Knochenmarkuntersuchung, Bestimmung der Plättchenantikörper und/oder von Thrombopoetin sind nur in speziellen Fällen erforderlich. Bei einer Thrombozytenzahl unter 20.000/μl und/oder Blutungsneigung sollte mit einer Steroidtherapie, üblicherweise 1 mg/kg Prednisolon begonnen werden. Ca. 40 % der Patienten erreichen nach 3–6 Monaten eine komplette Remission. Patienten ohne Remission, die zur Erhaltung der Blutungsfreiheit mehr als 0,1 mg/kg/Tag Prednisolon benötigen, sollten splenektomiert werden. Das Risiko der (laparoskopischen) Splenektomie ist klein (0,2 % Mortalität, ca. 10 % nicht fatale Komplikationen, inklusive Milz/Portalvenenthrombosen). 80–90 % der Patienten erreichen postoperativ eine komplette oder partielle Remission, ein Viertel dieser Patienten rezidiviert jedoch wieder. Das Risiko einer tödlichen Pneumokokkensepsis bei präoperativer Impfung ist äußerst gering. Sehr blutungsgefährdet sind ältere Patienten mit Thrombozytenzahlen unter 20.000/μl trotz Splenektomie. Für diese Patienten sind die wirkungsvollsten Medikamente Cyclophosphamid, Azathioprin und Rituximab (Mabthera). Ingesamt ist das Risiko einer tödlichen Blutung bei der AITP jedoch gering und wahrscheinlich geringer als das Therapierrisiko bei aggressivem therapeutischem Vorgehen.

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