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Innere Medizin 5. Dezember 2007

An der langen Leine

Aktuelle Auswertungen aus Niederösterreich und der Steiermark zeigen, dass die telemedizinische Nachsorge bei Patienten mit Herzschrittmacher die Qualität der Behandlung erhöht, stationäre Krankenhausaufenthalte reduzieren kann, das Sicherheitsgefühl der Patienten verbessert und deren Lebensqualität steigert. Neueste Geräte übermitteln den Alarm bei Bedarf sogar aus dem Implantat direkt an den Arzt.

„Die neueren in der Herzmedizin implantierbaren Geräte sind so etwas wie eine kleine Intensivstation im Brustkorb: Sie generieren eine Menge diagnostische Daten“, sagte Prof. Dr. Karlheinz Tscheliessnigg, Vorstand der Universitätsklinik für Chirurgie der Medizinuniversität Graz, auf einer Pressekonferenz in Wien. Das Netzwerk CareLink, ein internetbasiertes Service, erlaubt es dem Arzt, diese Daten über Datenleitung und Knopfdruck zeitnah nutzbar zu machen.
Praktisch funktioniert das so: Statt wie bisher ins Krankenhaus zu gehen – bei einem Cardioverter-Defibrillator (ICD) alle drei bis sechs Monate –, fragen Patienten regelmäßig auf einfache Weise die Gerätedaten aus ihrem implantierten Gerät mit Hilfe des tragbaren Monitors ab. Die Daten werden automatisch über eine analoge Telefonleitung an einen sicheren Server übertragen. Der zuständige Arzt kann die Gerätedaten in Form von Berichten auf der speziellen Ärztewebseite kontrollieren. „Sollte etwas nicht in Ordnung sein oder sich eine Verschlechterung der Situation eines Patienten abzeichnen, kann der Arzt mit dem Patienten Kontakt aufnehmen und ihn zu einer Kontrolle in der Arztpraxis oder im Krankenhaus einladen“, so Tscheliessnigg. Ein Zusatznutzen ist die Möglichkeit, dass Patienten beim Auftreten von bestimmten Ereignissen durch einen Signalton des implantierten Gerätes alarmiert werden.
In einer Anwendungsbeobachtung wurden am LKH Graz und am Klinikum St. Pölten 100 Patienten mit implantierten Cardioverter-Defibrillatoren (ICD) mit dem Monitoring- und Nachsorgesystem versorgt. „Die bisherigen Erfahrungen haben ergeben, dass die Akzeptanz dieser Technologie zur Unterstützung der Kontrolle von multiplen Herzparametern sowohl auf der Ärzteseite als auch unter den Patienten enorm hoch ist“, berichtete Dr. Harald Mayr, Leiter der 3. Medizinischen Abteilung des Landesklinikum St. Pölten. Allerdings wird die Einführung solcher Anwendungen im klinischen Alltag auch von der finanziellen Abgeltung solcher Leistungen durch die öffentliche Hand abhängen.

Quelle: Presseaussendung B&K

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