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Innere Medizin 17. Oktober 2007

COPD: Epidemische Ausmaße

Die beste Prävention der COPD ist das Nichtrauchen. Fachleute plädieren auch für die Einführung einer Vorsorgeuntersuchung.

Die COPD macht sich anfangs durch den typischen „Raucherhus­ten“ bemerkbar, der aber oft jahrelang falsch interpretiert wird. Die Patienten verspüren zunehmend Atemprobleme: Während Nichtraucher etwa ab dem 35. Lebensjahr 35 Milliliter an Lungenfunktionsvolumen pro Jahr verlieren, schnellt das bei COPD-Patienten auf das Drei- bis Vierfache hinauf. Der Leiter der Universitätsklinik für Pneumologie in Salzburg, Prof. Dr. Michael Studnicka, weiß: „Bemerkt wird das aber erst, wenn die Restkapazität schon weniger als 50 Prozent beträgt.“ Unbehandelt führt die Erkrankung zu Lungenemphysem, Invalidität und Tod.
Die beste Vorbeugung ist, Zigarettenrauch nicht ausgesetzt zu sein. Trotzdem ist im Entwurf zur Tabakgesetz-Novelle kein generelles Rauchverbot in Lokalen vorgesehen. „Angesichts dieser dramatischen Entwicklung muss die derzeitige Diskussion um die geradezu lächerlich laxen Rauchergesetze in Österreich als Farce angesehen werden“ ist in der jüngsten Ausgabe der Wiener Klinischen Wochenschrift (siehe nebenstehenden Artikel) zu lesen.
Lungenfach­ärzte befürworten ein Screening mittels Spirometrie, das in Fachkreisen aber kontroversiell diskutiert wird. Die Leiterin der BOLD-Studie, Prof. Dr. Sonia Buist von der Oregon Health Science University (Portland, USA), plädiert für Screening-Programme: „Meiner Meinung nach sollte man sehr wohl die Risikopersonen ab 35 Jahren untersuchen.“ n

Quelle: APA

Inge Smolek, Ärzte Woche 42/2007

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