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Innere Medizin 24. Jänner 2008

Versteinerte Herzen

Die Stammzellen entzweien Forscher nicht nur aufgrund ethischer Fragen zu ihrer Gewinnung und Anwendung. Auch der medizinische Nutzen ist nicht unzweifelhaft, wurde bei der Tagung über Stammzellforschung berichtet.

Das medizinische Potenzial von Stammzellen sei groß, so Prof. Dr. Erwin Wagner vom Institut für Molekulare Pathologie (IMP). Für seine eigenen Arbeiten führte er unter großen finanziellen Aufwändungen des IMP eine Stammzelllinie nach Österreich ein. Österreich, meinte er, hätte seine Forschungschancen bereits vor fünf Jahren verspielt.
Über Ergebnisse von Therapieversuchen mit adulten Stammzellen bei Herzinfarkt berichtete Prof. Dr. Georg Weitzer von der MedUni Wien. Eine Meta-Analyse von elf Studien (698 Patienten) ergab eine Steigerung der Herzpumpleistung um drei Prozent. Das führt beim Patienten zu keiner Steigerung der Lebensqualität. Nebenwirkung: Knochenmarkzellen verursachen Verknöcherungen im Herzen (Blood 110, 1362).
Ein Therapieversuch beim Typ-1-Diabetes machte 13 von 15 Patienten für ein bis 35 Monate frei von Insulingaben (JAMA 291, 1568).
In beiden Fällen ist unklar, ob Stammzellen für den Effekt verantwortlich sind. Weitzer: „Die auf Stammzellen basierende somatische Zelltherapie wird funktionieren, aber nicht so, wie sie derzeit dargestellt wird.“

Inge Smolek, Ärzte Woche 4/2008

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