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Innere Medizin 1. April 2006

Nebenschilddrüsen-Karzinom: Ein seltener Fall mit mandibulärem braunem Tumor

Karzinome der Nebenschilddrüse machen weniger als 1 % der Fälle des primären Hyperparathyroidismus aus. Bei einem mittleren Alter von 40 ist die Häufigkeit bei Männern und Frauen etwa gleich. Dabei ist in etwa der Hälfte der Patienten die Palpation einer Raumforderung möglich, das Serum-Kalzium ist meist höher als 14 mg/dl. In einer Fallstudie wird ein 21-jähriger, männlicher Patient mit schmerzloser, nicht verschieblicher mandibulärer Raumforderung zunächst unklarer Genese vorgestellt. Seine Symptome beinhalten Müdigkeit, Gewichtsverlust, Heiserkeit, Polydipsie, Polyurie, Hämaturie, rekurrente Nierensteine und Episoden von Obstipation und Diarrhoen. Eine Biopsie der Mandibula bestätigte den Verdacht auf einen braunen Tumor; das Serum-Kalzium betrug 15.4 mg/dl. Der Ultraschall der Schilddrüse ergab echoarme Bereiche mit einem Verdacht auf Parathyriodea-Adenom, später wurde ein Karzinom der Parathyroidea bestätigt und eine en-bloc Resektion durchgeführt. Während der folgenden zwei Jahre fanden sich keine Hinweise auf eine Rekurrenz oder Hyperkalzämie. Der vorgestellte Fall eines Nebenschilddrüsen-Karzinomes in Verbindung mit einem braunen Tumor ist der zweite beschriebene Fall weltweit.

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