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Innere Medizin 5. Juni 2007

Vitamin D hochdosiert: bei Brust- und Darmkrebs

Schützt es, oder schützt es nicht? Trotz negativer Studiendaten bleibt die Krebsprävention durch Vitamin D weiter auf der Agenda. Zwei neue epidemiologische Untersuchungen geben der These Nahrung, dass beim Vitamin D die Dosis ausschlaggebend ist.

Als vor fast genau einem Jahr eine große US-Studie ergab, dass sich mit einer Vitamin-D-Behandlung das Risiko für Kolonkarzinome nicht senken lässt, war die Enttäuschung groß. In der Studie mit über 36.000 Frauen nach der Menopause, die entweder täglich 1.000 mg Kalzium und 400 Internationale Einheiten (IU) Vitamin D3 oder Placebo einnahmen, gab es nach immerhin sieben Jahren in beiden Gruppen ähnlich viele Kolonkarzinome.
Eine Gruppe von Wissenschaftlern aus San Francisco, New York und Boston in den USA hat jetzt zwei epidemiologische Meta-Analysen vorgelegt, die Grund geben könnten, sich der Sache noch einmal anzunehmen. In der einen Analyse untersuchten sie das Risiko für Brustkrebs, in der anderen das für Kolonkarzinome, und zwar jeweils in Abhängigkeit vom Vitamin-D3-Gehalt im Blut.
Sie fanden zwei Studien zu Brustkrebs und fünf zum Kolonkarzinom mit Daten zum Vitamin-D3-Serum-Spiegel. Die Teilnehmerzahlen waren gering: Sie lagen in beiden Meta-Analysen jeweils bei unter 2.000 Teilnehmern. Der statistische Zusammenhang war jedoch sehr deutlich: Je höher der Vitamin-D3-Spiegel, umso geringer die Krebs-Inzidenz für beide Tumor-Arten.
So war in den Brustkrebsstudien die Rate für ein Mamma-Ca bei jenen Frauen mit mehr als 52 ng/ml Vitamin D3 im Serum nur halb so hoch wie bei jenen mit weniger als 13 ng/ml. In den Kolon-Karzinom-Studien sah es ähnlich aus: Bei einer Serumkonzentration von 37 ng/ml war die Inzidenz halb so hoch wie bei weniger als 6 ng/ml (Am J Prev Med 32, 2007, 210).
Umgerechnet auf Tagesdosierungen Vitamin D3 wären das für die Brustkrebsstudie etwa 4.000 IU, für die Kolon-Ca-Studie etwa 2.000 IU pro Tag - also die fünf- bis zehnfache Dosis wie in der erwähnten kontrollierten US-Studie. Wer diese Größenordnung durch Sonnenlichtexposition erreichen möchte, müsste sich täglich etwa zwölf Minuten in die Sonne begeben.
Die Autoren machen bereits Hochrechnungen, wie viele Krebsfälle sich durch Vitamin D verhindern lassen und kommen für Brustkrebs auf über 100.000 pro Jahr allein in den USA. Allerdings sind in die Meta-Analysen keine randomisiert-kontrollierten Studien eingeflossen ist.

 Stichwort: Vitamin D

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