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Innere Medizin 13. November 2007

Keine gleichen Chancen

Pankreaskrebs und Darmkrebs sind zwei gastroenterologische Tumorerkrankungen mit recht unterschiedlichen Verläufen: Therapeutisches Eingreifen kann bei Darmkrebs zu signifikanter Lebensverlängerung führen, während es beim Pankreaskarzinom meist nur einen geringen Effekt hat.

Zu Kolonkarzinom und Pankreaskrebs gibt es Leitlinien der höchsten Evidenzstufe, die das diagnostische und therapeutische Vorgehen bestimmen, erklärte Prof. Dr. Adler von der Uniklinik Ulm bei dem Kongress „Gastroenterologie 2007“ in Bochum.
Das Pankreaskarzinom werde meist sehr spät diagnostiziert und metastasiere früh, daher verstürben die meisten Patienten im ersten Jahr nach Diagnose. Adler: „Obwohl Screening mit CA19-9-Bestimmung und bildgebenden Untersuchungen nicht sinnvoll ist, muss bei neu auftretenden Oberbauch- und Rückenschmerzen, schmerzlosem Ikterus sowie akuter Pankreatitis unklarer Ätiologie ab dem 50. Lebensjahr an ein Pankreas­karzinom gedacht werden.“
Tumorausdehnung und Resektabilität würden bevorzugt mit CT, MRT oder Endosonographie beurteilt. Eine karzinomverdächtige Raumforderung im Pankreas solle primär mit dem Ziel der R0-Resektion behandelt werden, bei Fernmetastasen verbessere die Resektion des Primärtumors die Prognose jedoch nicht. Nach R0-Resektion folge eine Chemotherapie mit Gemcitabin oder 5-FU für sechs Monate, die das krankheitsfreie Überleben verbessere. Gemcitabin sei auch bei metastasiertem und lokal fortgeschrittenem Pankreaskarzinom zur palliativen Chemotherapie indiziert, wodurch 1-Jahresüberlebensraten von bis zu 20% erzielt werden, wie Adler erläuterte.

Mit Darmkrebs bessere Chancen

Das kolorektale Karzinom (KRK) ist bei Frauen und Männern die zweithäufigste Krebstodesursache. Früherkennung erhöht die Überlebenszeit, und da sich KRKs gehäuft ab dem 50. Lebensjahr aus adenomatösen Vorstufen und über einen relativ langen Zeitraum entwickeln, sind Screeningmaßnahmen ab diesem Lebensalter sinnvoll. Adler dazu: „Für das Screening kommt nach dem Nachweis okkulten Blutes im Stuhl die Dickdarm-Endoskopie zum Einsatz. Obwohl die Therapie des Kolonkarzinoms in den letzten Jahren deutlich verbessert wurde, ist Heilung nur in frühen Tumorstadien durch chirurgischen Eingriff möglich.“
Ziel einer adjuvanten Chemotherapie seien potenziell vorhandene Mikrometastasen sowie die Verhinderung von Rezidiven, sie sollte binnen acht Wochen nach Resektion begonnen werden. In diesem Stadium bestehe laut Adler ein Zugewinn an Heilungsaussicht durch eine adjuvante Chemotherapie um maximal 16 Prozent mit 5-FU Bolusprotokollen.
Die Einführung neuer Chemotherapeutika ermögliche sequentielle Chemotherapien und eine verlängertes Überleben im metastasierten Stadium. Die günstigste Prognose hätten Patienten, so Adler, die alle zur Verfügung stehenden Medikamente (5 FU/FS, Irinotecan, Oxaliplatin) in der Sequenz erhalten. Durch „Targeted Therapies“, welche tumorspezifische Eigenschaften wie Wachstumsfaktorrezeptoren oder Tumorangiogenese blockieren, könne eine Verbesserung sowohl der Progressionsfreiheit als auch des Gesamtüberlebens der Patienten erzielt werden. Die neuen Therapien verbesserten zudem die Tumorremissionsraten. Durch die effektiveren medikamentösen Therapien und multimodale Strategien rücke das Konzept einer Chronifizierung der Erkrankung „metastasiertes Kolonkarzinom“ erstmals in greifbare Nähe.

  • Herr Doctor Nabil Abdul Kadir DEEB, 10.11.2016 um 13:02:

    „For the improvement of the prognosis of the pancreatic carcinoma are in addition to the optimization of the therapy, the recognition of early stages or tumor precursor lesions.

    Pour l'amélioration du pronostic du carcinome pancréatique s'ajoutent à l'optimisation de la thérapie, à la reconnaissance de stades précoces ou de lésions précurseurs de tumeurs.

    Für die Prognoseverbesserung des Pankreaskarzinoms sind neben der Optimierung der Therapie das Erkennen von Frühstadien oder Tumorvorläuferläsionen .

    Nabil Abdul Kadir DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Ärzteverein e.V. in 53173 BONN GERMANY

    Das Pankreaskarzinom ist der zweithäufigste maligne Tumor des Gastrointestinaltraktes und gehört zu den Tumoren mit der schlechtesten Prognose. Aufgrund der aggressiven Tumorbiologie und fehlender Frühsymptome beträgt die Mortalität annähernd 100% .
    In den meisten Fällen wird der Tumor erst entdeckt, wenn er schon andere Organe befallen hat.

    Klinik und Tumoren des Pankreas : -

    Die meisten Pankreaskarzinome (80%) entstehen im Pankreaskopf, wo sie aufgrund der Gallengangsobstruktion typischerweise zu einem schmerzlosen Ikterus führen. Zusätzlich auftretende gürtelförmige Oberbauch- oder Rückenschmerzen deuten auf eine Infiltration retroperitonealer Nervengeflechte hin.

    Durch eine lokale Kompression eines Tumors im Pankreaskopf kann zusätzlich zur biliären eine intestinale Obstruktion hinzukommen, die sich durch rezidivierendes Erbrechen zeigt. Karzinome des Pankreasschwanzes fallen aufgrund der Lage nicht durch einen schmerzlosen Ikterus, sondern durch Rückenschmerzen, intestinale Obstruktion oder Symptome der Metastasierung auf .

    Die intraduktal papillär muszinöse Neoplasie(IPMN) ist der häufigste zystische Bauspeicheldrüsentumor.

    Häufiger kommen maligne zystische Tumoren des Pankreas vor, zu denen neben den muzinösen Zystadenokarzinomen mit schlechter Prognose die Karzinome in einer intraduktal-muzinösen Neoplasie (IPMN) zählen.

    Diese IPMN-Karzinome entstehen hauptsächlich aus einer Main-duct-IPMN ; das mediane Überleben von Patienten mit IPMN-Karzinom ist ebenfalls deutlich besser als das von Patienten mit duktalem Adenokarzinom .

    Da man in grossen Kollektiven bei 70% der resezierten Main-duct - IPMN maligne Befunde dokumentiert hat , gilt dieser zystische Tumor als Präkazerose und stellt auch bei Fehlen eines Malignitätsnachweises eine Operationsindikation dar.

    In der Literatur werden zudem die ampullären Karzinome historisch als eigene histologische Entität mit deutlich besserer Prognose geführt. Dabei scheint jedoch nach neueren Untersuchungen weniger die Lokalisation in der Ampulle als vielmehr die histologische Subklassifizierung in intestinalen und pankreatobiliären Typ prognoseentscheidend zu sein: Während intestinal differenzierte Karzinome der Ampulle biologisch und prognostisch einem Kolonkarzinom ähneln, zeigen pankreatobiliär differenzierte Karzinome eine Biologie ähnlich dem duktalen Pankreaskarzinom .


    Wesentlich für die Prognoseverbesserung sind neben der Optimierung der Therapie das Erkennen von Frühstadien oder Tumorvorläuferläsionen. Hier sollen gerade zystische Pankreasläsionen betrachtet werden. Unproblematisch sind dabei Pseudozysten und seröse Zystadenome. Ein malignes Potenzial haben muzinöse Zystadenome und die intraductale papilläre muzinöse Neoplasie (IPMN).

    Die Literatur sind beim Verfasser Nabil Abdul Kadir DEEB .



    Mit freundlichen kollegialen Grüßen
    Ihr
    Nabil Abdul Kadir DEEB

    Nabil Abdul Kadir DEEB
    Arzt – Physician – Doctor
    PMI-Ärzteverein e.V. in 53173 BONN GERMANY
    .Palästinamedico International Ärzteverein – ( P M I ) e.V.
    Department of Medical Research
    Département de la recherche médicale
    Bonn – Bad Godesberg 53173
    GERMANY


    Doctor Nabil Abdul Kadir DEEB

    &

    Fatima Zahra Boukantar - DEEB


    (FPÄA) e.V. - Medizinjournalistin
    (FPÄA) e.V. - journaliste médicale
    Förderverein Palästinensischer Ärzte und Akademiker (FPÄA) e.V.
    53173 Bonn - GERMANY“

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