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Innere Medizin 4. April 2007

Bald eine Million Lungenkrebspatienten

Wenn es in China nicht gelingt, die Luftverschmutzung zu beseitigen und die Bevölkerung vom Rauchen abzubringen, wird die Zahl der Lungenkrebspatienten bis 2025 auf eine Million Fälle ansteigen. Zu diesem Schluss kommen Experten der Weltgesundheitsorganisation WHO, berichtet die chinesische Zeitung China Daily. China wäre damit bei den Lungenkrebsfällen weltweit an der Spitze.

Nach Angaben des Instituts für Krebsforschung und Prävention, das im chinesischen Gesundheitsministerium angesiedelt ist, sind allein in den vergangenen fünf Jahren im Reich der Mitte 120.000 Neuerkrankungen an Lungenkrebs hinzugekommen.
Das Bronchuskarzinom fordert mehr Todesopfer als jede andere Erkrankung – jeder vierte stirbt. Nach einer WHO-Studie gehört das Rauchen zu den am einfachsten zu verhindernden Todesursachen. Derzeit sterben jährlich 4,9 Millionen Menschen an den Folgen.
„Rauchen und Luftverschmutzung gehören zu den größten Verursachern von Lungenkrebs“, erklärte Zhi Xiuyi, Direktor des Lungenkrebszentrums an der Capital Medical University in Beijing.

Jeder dritte Chinese raucht

Mehr als 350 Millionen Raucher leben in China – und bilden somit ein Drittel der insgesamt 1,3 Mrd. Raucher weltweit. Jeder dritte männliche Chinese raucht. Schätzungen zufolge erwirtschaftete die chinesische Zigarettenindustrie 2006 rund 37 Milliarden Dollar. Der zweite Grund für die rasche Zunahme der Lungenkrebsfälle ist die schlechte Luftqualität. In den Regionen, in denen die Schadstoffbelastung höher ist, gibt es bedeutend mehr Fälle von Lungenkrebs.

Verbote werden überlegt

Nach Untersuchungen sind etwa Verkehrspolizisten wesentlich häufiger Lungenkrebsopfer als Menschen in anderen Berufen. Auch der Grad der Industrialisierung hat mit der Lungenkrebshäufigkeit zu tun. „Es gibt eindeutige Beweise für einen Zusammenhang zwischen Lungenkrebs und Autoabgasen“, erklärt Sun Yan, Krebsexperte der Chinese Academy of Engineering. Andere Krebserreger sind auch chemische Substanzen, die in verschiedenen Einrichtungsgegenständen verwendet werden.
Die chinesischen Experten sind sich jedenfalls einig darüber, dass ein Drittel aller Lungenkrebsfälle sich relativ leicht verhindern ließe. Wie in anderen Staaten wird auch in China eine Einschränkung des Tabakkonsums gefordert. So soll das Rauchen in öffentlichen Gebäuden wie Ämtern oder Krankenhäusern verboten werden.
Seit Anfang des Jahres wird die Weltgesundheitsorganisation WHO von der Chinesin Margaret Chan geleitet. Sie hatte die Wahl zur Generaldirektorin im November 2006 gewonnen und wird das Amt bis 2012 bekleiden.

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