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Innere Medizin 28. März 2007

Substitution verbessert Wirkung der PDE-5-Hemmer

Wirkt ein PDE-5-Hemmer nicht, kann ein Testosteronmangel vorliegen. Eine Substitution lindert dann nicht nur den Hypogonadismus, sondern bringt auch eine verbesserte PDE-5-Hemmer-Wirkung.

Die erektile Dysfunktion (ED) ist eine Sexualstörung, bei der durch Nachlassen der Tumeszenz und Rigidität des Penis ein befriedigender Geschlechtsakt nur noch eingeschränkt oder gar nicht möglich ist. Es ist gar nicht so lange her, dass für die Funktionsstörung vor allem psychische Faktoren für die erektile Dysfunktion verantwortlich gemacht wurden. Wissenschaftliche Untersuchungen haben dieses Bild längst zurecht gerückt und legten offen, dass der Erektilen Dysfunktion vor allem somatische Ursachen zugrunde liegen. Insbesondere vaskuläre Veränderungen, in erster Linie eine verminderte Reagibilität der penilen Gefäße, initial bedingt durch eine endotheliale Dysfunktion mit konsekutiv verminderter NO-Produktion, scheinen an der Entstehung einer ED maßgeblich beteiligt zu sein.
„Eine Erektionsstörung sollte nie isoliert betrachtet werden, denn sie ist fast immer Symptom einer Grunderkrankung wie Diabetes mellitus, Bluthochdruck oder einer Hormonstörung.“ Daran erinnerte der Urologe und Androloge Prof. Dr. Theodor Klotz von der Klinik für Urologie und Kinderurologie am Klinikum Weiden.
Eine Studie über die Prävalenz der ED bei über 2.800 Männern, die an einer Gesundenuntersuchung der Gemeinde Wien teilnahmen, zeigte in rund 32,2 Prozent der Untersuchten eine Form der ED. Schätzungen zufolge haben knapp 20 Prozent der Männer in Deutschland eine ED und davon drei bis vier Prozent einen Hypogonadismus.

Hormon stärkt Schwellkörper

Testosteron beeinflusse nicht nur die Libido von Männern, sondern erhalte auch die strukturelle Integrität des Schwellkörpers, erklärte Klotz bei einer Veranstaltung in Hamburg. Bei Testosteronmangel kommt es zur Apoptose der glatten Muskelzellen und Einlagerung von Fettzellen statt Muskelzellen im Penisgewebe. Die Bindegewebshaut des Penis erschlafft und weniger Stickstoffmonoxid, ein wichtiger Botenstoff für eine Erektion, wird freigesetzt.

Potenzprobleme verbessert

Hypogonadismus-Symptome lassen sich nach Angaben von Klotz durch eine Testosteron-Substitution gut lindern, und werde der Testosteronmangel behoben, wirke auch ein PDE-5-Hemmer wieder. Das ergab eine Doppelblind-Studie mit 72 Männern mit Hypogonadismus, die schlecht auf einen PDE-5-Antagonisten ansprachen. Sie erhielten zwölf Wochen lang einen PDE-5-Hemmer und eine Testosteron-Substitution oder Placebo. Mit der Kombinations-Therapie verbesserten sich Erektionsqualität und Potenz deutlich.
Testosteron sollte jedoch nur bei Männern substituiert werden, die klinische Hypogonadismus-Symptome wie Osteoporose, Anämie, Leistungsschwäche, Libidoverlust oder eine Potenzschwäche haben, wenn zugleich der Testosteron-Wert unter 10 bis 12 nmol/l liegt, betonte Klotz. Dazu muss das Gesamttestosteron und das sexualhormonbindende Globulin zweimal, aber am besten morgens, gemessen und danach das freie Testosteron berechnet werden. Es sollte zuerst der Testosteronmangel ausgeglichen werden, bevor PDE-5-Hemmer angewendet werden.

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