zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 13. März 2007

Diabetische Spätkomplikation Nephropathie

Patienten mit diabetischer Nephropathie stellen mittlerweile die größte Gruppe der Neuzugänge bei der Hämodialyse dar. Daten bestätigen die Wichtigkeit präventiver Maßnahmen.

„Die diabetische Nierenschädigung geht zu einem nicht geringen Prozentsatz mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Ereignisse einher, das schon vor Erreichen des terminalen Stadiums die Lebens-erwartung deutlich herabsetzt“, erläuterte Dr. Martin Auinger, 3. Med. Abt., Krankenhaus Wien-Hietzing, bei der 34. Jahrestagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft im November 2006 in Innsbruck. In den Anfangszeiten der Diabetologie war der Arzt eher mit den Akutkomplikationen wie diabetisches Koma konfrontiert. Heutzutage stehen Komplikationen durch die Mikro- und Markroangiopathie im Vordergrund. Laut Auinger zeigen Daten des heimischen Dialyse- und Transplantationsregisters, dass der Anteil der Typ-2-Diabetiker seit 1981 konstant zunimmt, während jener von Typ-1-Diabetikern oder here-ditär Nierenerkrankten konstant bleibt. Am stärksten ist der Zuwachs bei Typ-2-Diabetikern zwischen 55 und 79 Jahren. Die Inzidenz der Nierenersatztherapie zeigt österreichweit ein Ost/Westgefälle, angeführt von der Steiermark.

Zahlen zur Inzidenz

Die 74 Subdaten-Analysen der UKPDS-Studie, die Patienten mit neu entdecktem Typ-2-Diabetes über 20 Jahre beobachtete, zeigen, dass nach 20 Jahren Krankheitsdauer die Inzidenz der Makroalbuminurie bei knapp unter 20 Prozent liegt. Von einer Mikroalbuminurie sind zu diesem Zeitpunkt bereits 40 Prozent betroffen. Basierend auf diesen Daten kann davon ausgegangen werden, dass pro Jahr zwei Prozent der nierengesunden Diabetiker ins Stadium der Mirkoalbuminurie kommen und nach einem weiteren Jahr 2,8 Prozent davon ins Stadium der Albuminurie transitieren. 2,3 Prozent der albuminurischen Patienten haben nach einem weiteren Jahr erhöhte Nierenretentionsparameter. Die Mortalitätsrate von nierengesunden Diabetikern liegt bei 1,4 Prozent. Im Stadium der Mikroalbuminurie liegt die Mortalität bei drei Prozent. Wenn bereits eine pathologische Kreatininclearance bzw. terminale Niereninsuffizienz erreicht ist, sind es 21,2 Prozent.

Mikroalbuminurie abklären

Die frühzeitige Erkennung einer Mikroalbuminurie ist essenziell. „Problematisch dabei sei“, so Auinger, „dass die Mikroalbuminurie unterhalb der Nachweisgrenze der Harnstreifentests liege. Daher sollte bei jedem Diabetiker ohne Proteinurie im Urinstick jährlich eine Untersuchung der Albumin/Kreatinin-Ratio im Spontanharn durchgeführt werden.“ Ein Wert über 30 mg/g gilt als pathologisch. Die Bestimmung des Serumkreatinins ist nicht ausreichend zur Detektion der eingeschränkten Nierenfunktion. Hilfreich hierfür ist die Bestimmung der Kreatininclearance mit der MDRD-Formel aus Alter und Serumkreatinin. Oberstes Ziel stellt in allen Sta-dien der diabetischen Nierenerkrankung nach wie vor die Primärprävention durch optimale Blutzuckereinstellung dar. Die sekundäre Prävention mit dem Ziel, das Fortschreiten der Albumin- bzw. Proteinurie aufzuhalten, erfolgt durch eine suffiziente Behandlung mit ACE-Hemmern oder AT-1-Blockern. Die Tertiärprävention stellt dann die Nierenersatztherapie/Hämodialyse oder idealerweise eine Nierentransplantation dar.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben