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Innere Medizin 1. Mai 2006

Eine unbeachtete Häufung von Infektionen mit Mycoplasma pneumoniae in Wien

Infektionen mit Mycoplasma pneumoniae zeigen ausgeprägte epidemiologische Schwankungen, wobei alle 4 bis 7 Jahre eine 2- bis 10-fach erhöhte Inzidenz zu beobachten ist. Die regionale Epidemiologie von M. pneumoniae ist deshalb mit Hinblick auf die empirische antimikrobielle Therapie von ambulant erworbenen Infektionen des Respirationstrakts bedeutsam. Derzeit gibt es keine publizierten Daten zur Epidemiologie von M. pneumoniae Infektionen in Mitteleuropa. In dieser Studie wurden die Ergebnisse der Mykoplasmenserologie (Komplementbindungsreaktion) an der Klinischen Abteilung für Virologie am AKH-Universitätsklinikum Wien (2140 Betten, stationäre Aufnahmen: 94000/Jahr, ambulante Patientenfrequenz: 430000/Jahr) retrospektiv analysiert. Als Untersuchungszeitraum wurde 1/1995 bis 12/2004 gewählt (10 Jahre). Antikörpertiter gegen M. pneumoniae ≥ 1:64 wurden als Hinweis auf eine akute oder rezente Infektion gewertet. Die Anzahl der untersuchten Proben in den einzelnen Jahren zeigte nur geringe Schwankungen (Median: 2859 Proben/Jahr, Schwankungsbereich: 2257–3338). Im Median wurden pro Jahr 13 Patienten mit hochpositiver Mykoplasmenserologie registriert. Ein signifikanter epidemiologischer Gipfel zeigte sich im Jahr 2000 (43 Patienten), wobei eine steigende Inzidenz bereits im zweiten Halbjahr 1999 beobachtet werden konnte. Im Jahr 2001 war wieder die durchschnittliche jährliche Inzidenz erreicht. Ein Erfassungs-bzw. Meldesystem für Infektionen mit M. pneumoniae (d.h. Patienten mit erhöhten Antikörpertitern) könnte für Ärzte, die mit der Behandlung von Patienten mit respiratorischen Infektionen befasst sind, von Nutzen sein.

Florian Daxboeck, Claudia C. Bauer, Ojan Assadian, Gerold Stanek, Wiener klinische Wochenschrift

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