zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 1. Juli 2008

Der Effekt von Krafttraining auf den arteriellen Blutdruck bei PatientInnen mit Diabetes mellitus 2,

HINTERGRUND: Um detaillierte Informationen über das Blutdruckprofil von PatientInnen während ihrer Tagesaktivitäten zu erhalten, gewann der Einsatz eines ambulanten 24-Stunden Blutdruckmesssystems an Bedeutung. Das Ziel unserer Studie war es, den Effekt eines regelmäßigen Krafttrainings auf das 24-Stunden Blutdruckverhalten bei PatientInnen mit Diabetes mellitus 2 zu analysieren und neue Informationen über das Tages- und Nachtprofil, gemessen mit einem ambulanten 24-Stunden Blutdruckmesssystem, zu gewinnen. METHODE: Wir rekrutierten 10 PatientInnen (mittleres Alter: 59.7 ± 7.3) über unsere Diabetesabteilung, die an einem 4 Monate dauernden Krafttrainingsprogramm an 3 nicht aufeinander folgenden Tagen pro Woche teilnahmen. Das Trainingsprogramm inkludierte Übungen für alle großen Muskelgruppen. Die Anzahl der Sätze pro Muskelgruppe pro Woche (S/MG/W) wurde systematisch erhöht, von 3 S/MG/W zu Beginn auf 4, 5 und 6 S/MG/W am Ende der Trainingsperiode. Das 24-Stunden Blutdruckprofil (oscillometric Model Mobil-O-Graph® CE 0434), der HbA1C, die maximale Sauerstoffaufnahme (VO2peak) und Wattleistung (Wmax) – gemessen mit einer Belastungsergometrie am Fahrrad, und das Einwiederholungsmaximum (1RM) – gemessen mit einer Dynamometrie (Concept 2 Dyno®) für die Übungen Bankdrücken, Bankziehen und Beinpresse, wurden vor und nach der Trainingsphase erhoben. ERGEBNISSE: Krafttraining über 4 Monate resultierte in einer signifikanten Reduktion (−3.4 % mmHg) des mittleren arteriellen Blutdrucks (von 93.8 ± 19.2 auf 90.6 ± 14.3 mmHg; p < 0.01). VO2peak (p < 0.05) Wmax (p < 0.05), 1RM für alle Muskelgruppen (p < 0.01), körperfettfreie Magermasse (p < 0.05) und der prozentuelle Körperfettanteil (p < 0.05) zeigten eine signifikante Verbesserung. Der HbA1C reduzierte sich signifikant um 14.5 % (von 8.3 ± 1.7 auf 7.1 ± 0.9 %; p < 0.01). SCHLUSSFOLGERUNG: Diese Studie zeigt, dass Krafttraining nicht nur die Muskelkraft verbessert, sondern auch den Blutdruck und möglicherweise das Risiko für spätere kardiovaskuläre Erkrankungen reduziert.

Barbara Strasser, Paul Haber, Christoph Strehblow, Edmund Cauza, Wiener Medizinische Wochenschrift

Volltext dieses Beitrags / entire article auf SpringerLink

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben