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Innere Medizin 24. Oktober 2006

Experten-Forum: PAVK - Folge 5

Aus der Praxis – für die Praxis. Unser Experten-Forum hat zum Ziel, mitunter diffizile Fragen und Probleme, die sich aus der Patientenbetreuung ergeben, aufzugreifen und so weit wie möglich zu klären. Ihren Beitrag zum Thema oder Ihre Frage(n) an unseren Experten können Sie hier übermitteln.

Welche Therapieziele stehen bei der Behandlung des PAVK-Patienten im Vordergrund?
Minar: Der betreuende Arzt muss bei der Behandlung dieser Patienten prinzipiell zwei Therapieziele im Auge haben: Einerseits geht es um die Verbesserung der Prognose und damit letztlich der Lebenserwartung, andererseits um die Verbesserung der Symptomatik und damit auch der Lebensqualität. Bei der Therapieplanung ist immer zu berücksichtigen, dass der angiologische Patient – insbesondere jener im höheren Lebensalter – aufgrund seiner Multimorbidität ein Risikopatient ist. Daher sind alle geplanten The-rapiemaßnahmen in Übereinstimmung mit dem Nutzen-Risiko-Verhältnis für den Patienten zu bringen.

Wie kann die Prognose quoad vitam verbessert werden?
Minar: Zur Verbesserung der Lebensprognose ist die Beeinflussung der Grunderkrankung Atherosklerose durch frühzeitige Optimierung der vorliegenden Risikofaktoren und durch eine zusätzliche medikamentöse Sekundärprophylaxe wichtig. Die Bemühungen zur Reduktion der Risikofaktoren sind sicher schwierig, weil eine solche Reduktion in erster Linie mit einer Veränderung der Lebensweise („Lebensstil-Modifikation“) gleichzusetzen ist. Entscheidende Veränderungen im Lebensstil herbeizuführen, z.B. Verzicht auf Zigarettenkonsum, Umstellung der Ernährungsgewohnheiten oder Motivation zur körperlichen Aktivität und Gewichtsreduktion, zählt zu den mit Abstand wirksamsten und am stärksten Kosten sparenden kardiovaskulären therapeutischen Interventionen. Gerade diese „unspezifischen“ Maßnahmen entfalten ein vielschichtiges Wirkungsspektrum, frei von unerwünschten Nebenwirkungen. Die Umsetzung dieser Maßnahmen erfordert vom behandelnden Arzt eine lebenslange, wiederholte, intensive Informa-tion und Motivation des Patienten. Lebensstil-Änderungen sollten jedoch zusätzlich durch ein „Best Medical Treatment“ ergänzt werden. Solche präventiven Maßnahmen sind insbesondere dann sehr wirksam, wenn sie bei Patienten mit hohem absolutem Risiko zum Einsatz kommen.

In welchem Ausmaß ist das Risiko für Folgeereignisse anzusetzen?
Minar: Ein hohes Gesamtrisiko wird heute mit einer Wahrscheinlichkeit von mindestens 5 Prozent für ein tödliches kardiovaskuläres Ereignis bzw. von mehr als 20 Prozent für einen Herzinfarkt oder Koronartod während der folgenden zehn Jahre definiert. Patienten mit PAVK gehören zu dieser Risikogruppe und sollten daher von geeigneten Interventionen besonders profitieren.

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