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Innere Medizin 27. September 2006

Es klappt: Gesünder leben durch gezielte Beratung

Allen Unkenrufen zum Trotz klappt es in der Praxis wirklich: Gezielte Beratung kann Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko oder KHK zu Lebensstiländerungen motivieren. Das belegen Daten des Projektes EUROACTION der European Society of Cardiology.

Ziel des Projektes EUROACTION der European Society of Cardiology war es, kardiovaskuläre Risikofaktoren stärker zu reduzieren, als das bislang mit üblicher Betreuung in Praxen und Kliniken der täglichen Versorgung gelingt. Die EUROACTION-Ergebnisse wurden beim Welt-Kardiologen-Kongress, der vom 2. bis 6. September gleichzeitig mit dem Europäischen Kardiologenkongress (ESC) in Barcelona stattfand, vorgestellt. An dem Programm waren zwölf Kliniken und Allgemein-Praxiszentren mit mehr als 10.000 Patienten in mehreren Ländern Europas beteiligt. Die Patienten der Hausärzte wurden ein Jahr lang einmal pro Woche von Krankenschwestern beraten. Die Kliniken wurden zudem von Diätberatern, Physiotherapeuten und Herzsport-Spezialisten unterstützt. Dort erhielten Patienten mehrere Male pro Woche insgesamt vier Monate lang Beratungen.

Risikofaktoren besser im Griff

Laut den Ergebnissen der Großstudie, die Prof. David Wood aus London präsentierte, gelang es den Projektteilnehmern im Vergleich zu Patienten aus Praxen und Kliniken, die herkömmlich betreut wurden, tatsächlich einen deutlich gesünderen Lebensstil anzunehmen. Sie aßen gesünder, trainierten regelmäßig und hörten mit dem Rauchen auf. Dadurch konnten Bluthochdruck, Diabetes oder Fettstoffwechsel deutlich besser kontrolliert werden:

• 72 Prozent der KHK-Patienten aßen die empfohlene Menge von Obst und Gemüse von mindestens 400 Gramm täglich in fünf Portionen. Bei herkömmlicher Betreuung waren es nur 35 Prozent.
• 55 Prozent der KHK-Patienten im Programm gelang es, den kalorischen Anteil der gesättigten Fette auf unter zehn Prozent zu begrenzen im Vergleich zu 40 Prozent in der Vergleichsgruppe.
• 17 Prozent aßen, wie empfohlen, mindestens dreimal pro Woche fetten Fisch. Das waren doppelt so viele wie bei herkömmlich betreuten Patienten (acht Prozent).
• 58 Prozent der Raucher schafften es aufzuhören, im Vergleich zu 47 Prozent, die nicht am Programm teilnahmen.
• Mit 41 Prozent war der Anteil derjenigen, die vier- bis fünfmal pro Woche 30 bis 45 Minuten bei 60 bis 75 Prozent der maximalen Pulsrate trainierten, doppelt so hoch wie der Anteil bei Normalbetreuung.
• Den empfohlenen Bauchumfang von maximal 94 cm bei Männern und maximal 80 cm bei Frauen erreichten im Programm 35 respektive 27 Prozent der Teilnehmer (mit Standardversorgung: 22 und 21 Prozent).

Die Auswirkungen der Lebensstiländerung waren deutlich: Einen Blutdruck unter 140/90 mmHg erreichten mit dem Programm 72 Prozent der Nichtdiabetiker (Normalbetreuung: 60%). 38 Prozent der Diabetiker im Programm schafften ihren Zielwert von 130/85 mmHg (Vergleichsgruppe: 17%). Den Cholesterin-Zielwert von höchstens 5 mmol/l (193 mg/dl) erreichten mit 78 Prozent mehr Patienten als bei Standardbetreuung (71%). Die Teilnehmer in EUROACTION erhielten auch häufiger als die herkömmlich betreuten Patienten herzschützende Therapien wie Plättchen-Hemmer, Beta-Blocker, Diuretika, ACE-Hemmer und Statine.

 

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