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Innere Medizin 1. Mai 2008

Organerhaltende Therapiemodalitäten – welche Therapie für welches Karzinom?

Nach wie vor stellt – bei operablen Tumoren – die radikale Resektion mit anschliessender Radiotherapie- die Therapieoption mit dem höchsten kurativen Potential dar. Es ist daher von entscheidender Bedeutung vor Beginn der Therapie zu klären, ob eine radikale Resektion möglich ist und ob die Operation mit allen Konsequenzen (z.B. möglicher Verlust von Sprache) vom Patienten akzeptiert wird. Jenen Patienten, die eine radikale Resektion ablehnen, kann alternativ eine Induktionschemotherapie mit nachfolgender Radio(chemo)-therapie angeboten werden. Historische Studien zu dieser Fragestellung wurden zu Beginn der 90iger Jahre publiziert, wo erstmals gezeigt werden konnte, dass in etwa 2/3 aller Patienten mit Larynx- und Hypopharynxkarzinomen mit einer Induktionschemotherapie nach dem PF-Schema (Cisplatin und 5-Fluorouracil-Dauerinfusion) und nachfolgender Radiotherapie ein Larynxerhalt ohne negativen Einfluss auf das Gesamtüberleben möglich war. In zumindest 3 randomisierten Studien konnte rezent eine signifikante Überlegenheit einer 3-fach-Kombination bestehend aus einem Taxan (Docetaxel oder Paclitaxel) und Cisplatin/5-FU im Vergleich zur historischen Standardtherapie (Cisplatin/5-FU) gezeigt werden, sodass das sogenannte DCF-Schema nun den neuen Goldstandard der Induktionschemotherapie darstellt. Eine weitere wesentliche Bereicherung des therapeutischen Armentariums stellt der gegen den EGF-Rezeptor gerichtete monoklonale Antikörper Cetuximab dar, für den erst kürzlich in Kombination mit einer Radiotherapie eine signifikante Überlegenheit sowohl bezüglich des Überlebens wie auch der Lokalkontrolle bei fortgeschrittenen Tumoren der Kopf-Halsregion gegenüber einer alleinigen Radiotherapie demonstriert wurde. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen und der Tatsache, dass die internistische Therapie bis zum Jahr 2000 -mit Ausnahme der Induktionschemotherapie bei Patienten mit Larynx- und Hypopharynxkarzinom- praktisch nur in der palliativen Situation zum Einsatz kam, soll im folgenden Artikel die Evidenzlage für eine organerhaltende Therapie in Abhängigkeit von der Tumorlokalisation diskutiert werden.

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