zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 26. September 2006

Leitlinien kommen Infarkt-Patienten zugute

Ein Herzinfarkt wird wahrscheinlicher überlebt, wenn leitliniengerecht behandelt wird und Notärzte, Kliniker und ambulant tätige Ärzte optimal zusammenarbeiten. Dann sinken die Sterberaten, wie Studien aus den USA und Österreich nachweisen konnten.

„Mit jeden zehn Prozent mehr Leitlinien-Compliance eines Krankenhauses sinkt die Sterberate im Krankenhaus um zehn Prozent“, berichtete der US-Kardiologe Prof. Charles Pollack vom Pennsylvania Hospital in Philadelphia beim Weltkongress der Kardiologie in Barcelona. Er bezog sich dabei auf die CRUSADE-Studie, an der 350 Krankenhäuser in den USA mit 65.000 Herzinfarktpatienten beteiligt waren („JAMA“ 295, 2006, 1867). Die Leitlinien-Treue der Zentren war in einem Punktwert mit vier Quartilen abgebildet worden, so Pollack bei einem von den Unternehmen Sanofi-Aventis und Bristol-Myers Squibb unterstützten Symposium. Die Sterberate in Kliniken mit geringer Leitlinien-Treue betrug 6,3 Prozent, bei weitgehend leitliniengerechter Therapie jedoch 4,1 Prozent. Eine Untersuchung in Wien bestätigte die Ergebnisse. In einem Ambulanzsystem sei es bei Patienten mit Verdacht auf einen ST-Hebungsinfarkt gelungen, nach Implementierung der aktuellen Leitlinien 87 Prozent der Patienten rechtzeitig mit einer Reperfusions-Therapie (Angioplastie oder Thrombolyse) zu behandeln, wie Pollack ausführte. Vorher waren es 66 Prozent. Dadurch wurde die Sterberate im Krankenhaus von 16 auf 9,5 Prozent vermindert (Circulation 113, 2006, 2398). Auffällig war der von 16 auf 60 Prozent gestiegene Anteil der Angioplastien nach Einführung der Leitlinien. Zugleich sank der Anteil der Thrombolysen von 51 auf 27 Prozent. Innerhalb von zwei bis drei Stunden nach Symptombeginn waren beide Verfahren gleich gut.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben