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Innere Medizin 21. März 2006

Migräne kardiologisch lindern

Erstmals ist jetzt in einer prospektiven Studie nachgewiesen worden, dass der Verschluss eines offenen Foramen ovale Migräne-Kopfschmerzen lindert.

Bei Patienten mit Migräne ist die Prävalenz des offenen Foramen ovale in der Vorhofscheidewand deutlich höher als in der Allgemeinbevölkerung. Nach mehreren Erfahrungsberichten kann der Verschluss dieses Vorhof-Shunts die Kopfschmerzen verringern oder verschwinden lassen. Eine Arbeitsgruppe um Dr. Peter Wilmshurst im englischen Shrewsbury hat nun in einer prospektiven kontrollierten Studie überprüft, ob wirklich ein Zusammenhang zwischen kardiologischer Intervention und Symptomlinderung besteht. Die Forscher untersuchten zunächst 432 Patienten mit schwerer Migräne kardiologisch. In Übereinstimmung mit bisherigen Beobachtungen hatten auch in diesem Kollektiv 60 Prozent ein offenes Foramen ovale.

Zu hohe Messlatte?

Von diesen Patienten wurden 147 in die Studie aufgenommen. Bei der Hälfte wurde per Herzkatheter ein Verschlusssystem implantiert. Die anderen erhielten eine Schein-Intervention ohne Implantation. Erste vorläufige Ergebnisse hat Wilmshurst beim ACC-Kongress präsentiert. Primärer Endpunkt war das völlige Verschwinden von Mi­gräne-Beschwerden. Diese Messlatte war wohl zu hoch: Nur drei Pati-enten in beiden Gruppen wurden komplett beschwerdefrei. Klare Vorteile des Foramen-Verschlusses ergaben sich aber, wenn weniger rigorose Erfolgskriterien angelegt wurden: Der Anteil der Patienten, die über eine mehr als 50-prozentige Abnahme von Kopfschmerz-Tagen berichteten, war in der Interventionsgruppe signifikant höher als in der Kontrollgruppe (42 versus 23 Prozent). Und auch die Kopfschmerz-Belastung (Produkt aus Häufigkeit und Dauer der Attacken) war nach Implantation signifikant geringer. In einer geplanten Nachfolge-studie mit längerer Laufzeit und höherer Patientenzahl soll nun überprüft werden, ob sich diese günstigen Wirkungen bestätigen lassen.

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