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Innere Medizin 20. März 2006

CED: Therapiezufriedenheit heißt nicht Besserung

Antworten von über 5.000 Betroffenen mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (CED) zeigen beeinträchtigte Lebensqualität trotz Behandlung.

Während sich die meisten Patienten bis zu einem gewissen Grad zufrieden mit der laufenden Behandlung zeigten, gaben viele zu, dass die Krankheitssymptome weiterhin einen negativen Einfluss auf ihr tägliches Leben hatten. Ein ähnliches Missverhältnis wurde bei Patienten aufgedeckt, die sich einer Operation zur Behandlung von CED unterzogen hatten, und von denen immer noch viele unter den Symptomen litten. Fast alle Patienten würden lieber eine neue Behandlungsmethode ausprobieren, als sich operieren zu lassen.
Die Umfrage wurde von der European Federation of Crohn‘s and Ulcerative Colitis Associations (EFCCA) durchgeführt und die Ergebnisse anlässlich der Sitzung der 13. United European Gastroenterology Week (UEGW) veröffentlicht. Europäische nationale CED-Patientenorganisationen wurden zur Teilnahme ihrer Mitglieder an der Umfrage aufgefordert. Organisationen aus Dänemark, Italien, Niederlande, Spanien, Schweiz, Großbritannien und Portugal beteiligten sich. 12.200 Mitglieder dieser Organisationen erhielten Fragebögen, 5.636 Antworten wurden von einem unabhängigen, in Deutschland ansässigen Meinungsforschungsinstitut tabellarisch geordnet und ausgewertet, die Schering-Plough Corporation unterstützte die Umfrage finanziell.

CED beeinflusst Berufsleben

Ähnliche Erkenntnisse hatte eine Umfrage bei Patienten mit Colitis Ulcerosa (UC = ulcerative colitis) und Morbus Crohn (CD = Crohn‘s disease) an den Tag gebracht. Die Mehrheit der Patienten (76 Prozent mit UC, 76 Prozent mit CD) berichteten, mit ihrer gegenwärtigen medikamentösen Behandlung zufrieden zu sein, obwohl die meisten auch zugaben, dass ihre Symptome weiterhin ihr Freizeitvergnügen (73 Prozent mit UC und 78 Prozent mit CD) und die Ausübung ihrer beruflichen Tätigkeit (66 Prozent mit UC und 72 Prozent mit CD) stark beeinträchtigten. Etwa zwei Drittel der Patienten (mit CD und UC) stuften die Lebensqualität nach einer Operation als wesentlich besser ein. Eine große Anzahl der Patienten (43 Prozent mit UC und 69 Prozent mit CD) wiesen aber immer noch wiederkehrende Symptome auf, wobei viele von schwerwiegenden Komplikationen nach dem Eingriff berichteten (32 Prozent mit UC und 26 Prozent mit CD). „Patienten mit IBD sollten nicht stillschweigend leiden und es zulassen, dass die Symptome ihr Leben beherrschen“, so Rod Mitchell, Vorsitzender der EFCCA. „Hilfe wird immer angeboten, und wir ermutigen Patienten, offen mit ihren Ärzten über ihre Symptome und gegebenenfalls über andere Behandlungsmöglichkeiten zu sprechen, einschließlich der neueren biologischen Mittel, die für manche Patienten geeignet sein könnten.“ Die überwältigende Mehrheit aller befragten Patienten (86 Prozent) würde lieber eine neue Behandlungsmethode ausprobieren, als sich einer Operation zu unterziehen. Die jüngsten Entwicklungen bei der Behandlung von CED schließen auch biologische Behandlungsmethoden ein. Infliximab, gegenwärtig das einzige biologische Präparat, das für CD zugelassen ist, hat sich auch bei der Behandlung von UC als wirksam erwiesen. Mehr als drei Viertel (77 Prozent) der befragten Patienten mit CD, denen Infliximab verabreicht wurde, berichteten nach der Behandlung von einer Besserung der Symptome.

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