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Innere Medizin 20. März 2006

Faustformel für Insulinbedarf bei Stress errechnet

Stresshormone haben Insulin-antagonistische Effekte, was bei der Blutzuckereinstellung von Diabetikern berücksichtigt werden muss. Beim Diabetes-Kongress in San Diego wurde eine einfache Faustformel zur Anpassung der Insulindosis vorgestellt.

„Es ist wichtig bei Diabetikern, die Stresslevel zu berücksichtigen“, sagte Prof. Dr. Lois Jovanovic vom Diabetes-Forschungszentrum in Santa Barbara in Kalifornien bei der Jahrestagung der American Diabetes Association (ADA). Denn Stress beeinflusse den Insulinbedarf. Wie hoch dieser Bedarf ist, könne mit folgender Berechnung eingeschätzt werden: Körpergewicht (kg) mal Konstante (siehe Tabelle) ist gleich benötigte Insulin-Einheiten pro kg pro Tag.
Der Stress kann nicht nur psychischer oder physischer Art sein, etwa nach einem Trauma oder bei Entzündungen, sondern auch hormoneller Natur. Dies betrifft zum Beispiel Kinder mit einem Typ-1-Diabetes, die in die Pubertät kommen, Frauen in der Schwangerschaft, besonders im zweiten und dritten Schwangerschaftsdrittel, oder Frauen während der Men­struation. So habe Progesteron Insulin-antagonistische Wirkungen, die den Insulinbedarf um 20 bis 30 Prozent steigern könnten, sagte die Diabetologin.

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