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Allgemeinmedizin 14. März 2006

Die häufigsten Fragen zur Vogelgrippe

Unglaubliche Hysterie oder tatsächlich Gefahr für den Menschen? Experten und Politiker scheinen nicht ganz einig über das Ausmaß der Bedrohung zu sein. Die ÄRZTE WOCHE hat die wichtigsten Antworten zum Thema Geflügelpest – nach dem derzeitigen Stand des Wissens – zusammengestellt.

Was tun, wenn man tote Vögel findet?
Tote Vögel sollten grundsätzlich nicht berührt werden. Kommt man doch mit einem verendeten Vogel oder Vogelkot in Berührung, sollte man die Hände mit Seife waschen und verschmutzte Kleidungsstücke in der Waschmaschine reinigen. Der Influenzaerreger wird durch Detergenzien inaktiviert.

Was tun, wenn Vogelkot auf dem Balkon ist?
Den Kot feucht wegputzen oder wegwaschen und dann die Hände mit Seife waschen. Die Bildung von massivem Staub oder Aerosolen sollte vermieden werden – also keinen Hochdruckreiniger verwenden.

Was tun, wenn Katze oder Hund einen Singvogel bringt/fängt/frisst?
Kein Grund zur Besorgnis. Nach gegenwärtigem Stand der Wissenschaft sind Singvögel und Tauben nicht als Überträger des Vogelgrippe-Virus bekannt. Grundsätzlich kann sich jedes Säugetier bei sehr hoher Viruskonzentration mit Influenza infizieren. Diese Fälle sind allerdings extrem selten. Experten betonen, dass auch nach Fällen von H5N1-Infektion bei Katzen kein erhöhtes Risiko für den Menschen besteht. Eine Übertragung des H5N1-Virus vom Säugetier auf den Menschen wurde bislang weltweit noch nie nachgewiesen. Es wird empfohlen, Hauskatzen innerhalb der Schutz- und Überwachungszonen nicht ins Freie und streunende Katzen nicht ins Haus zu lassen. Sollte eine Katze Symptome wie Schnupfen, Husten, Lungengeräusche oder ein entzündetes drittes Augenlid zeigen, den Tierarzt aufsuchen.

Was muss bei Ostereiern beachtet werden?
Es ist unwahrscheinlich, dass virusbelastete Hühnereier in den Handel gelangen, wenn Vogelgrippe in hiesigen Geflügelbeständen auftreten sollte. Die Einfuhr von Geflügel und Geflügelprodukten aus Gebieten, in denen die Vogelgrippe in Nutztierbeständen aufgetreten ist, ist verboten. Trotzdem sollten einige Regeln im hygienischen Umgang mit Eiern – auch im Hinblick auf die Vogelgrippe – beachtet werden. Für gefärbte Ostereier gilt ebenso wie für alle anderen: so lange kochen, bis Eiweiß und Eigelb fest sind. Wer Eierschalen bemalen will, sollte die Oberfläche vor dem Auspusten mit warmem Wasser und Spülmittel vorsichtig reinigen.

Schützt die normale Grippeimpfung auch vor der Vogelgrippe?
Nein, die saisonale Grippeimpfung bietet keinen Schutz gegenüber dem H5N1-Virus.

Gibt es trotzdem Gründe, jetzt vermehrt zur Impfung zu raten?
Durch die Impfung wird im Fall einer Pandemie die Differenzialdiagnose erleichtert. Außerdem mindert sie die Gefahr, dass Menschen gleichzeitig mit humanen und aviären Influenzaviren infiziert werden. Eine solche Koinfektion kann die Entstehung einer von Mensch zu Mensch übertragbaren Virusvariante begünstigen.

Wie zeigt sich eine Infektion mit H5N1 beim Menschen?
Nach einer Inkubationszeit von durchschnittlich vier Tagen tritt als erstes Symptom meist Fieber auf, begleitet von respiratorischen Symptomen wie Husten und Atemnot. Auch gastrointestinale Symptome wie Übelkeit, Erbrechen und insbesondere Durchfall sind häufig. Hals-, Kopf- und Muskelschmerzen können vorkommen. Im Blutbild findet sich häufig eine Leuko-, Lympho- und Thrombozytopenie.

Quellen: Österreichische Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit,
Bundesministerium für Gesundheit und Frauen (Ö), Bundesinstitut für Risiko­bewertung (D), Robert-Koch-Institut (D).

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