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Innere Medizin 7. März 2006

Als Baby zu prächtig gediehen - später dick

Anaheim. Wenn Kinder nach der Geburt wachsen und gedeihen, ist das Glück der Eltern meist perfekt. Jetzt allerdings heben US-Forscher warnend den Zeigefinger: Ein zu prächtiges Gedeihen könnte den Kleinen schnell zur bleibenden Last werden, hat eine Studie ergeben. 

Die ersten vier Monate

Dr. Nicolas Stettler und seine Mitarbeiter von einer Kinderklinik in Philadelphia im US-Bundesstaat Pennsylvania haben untersucht, ob zwischen der Gewichtszunahme in den ersten vier Lebensmonaten nach der Geburt und der Prävalenz von Übergewicht im Alter von sieben Jahren ein Zusammenhang besteht. Basis ihrer Analyse bildeten die Daten von 19.397 Kindern, die von der Geburt bis zum siebten Lebensjahr nachbeobachtet wurden. Im Alter von sieben Jahren wurden 5,4 Prozent dieser in den 60er-Jahren geborenen Kinder als übergewichtig eingestuft - ein Anteil, der bei den heutigen Altersgenossen wohl deutlich höher liegen dürfte. 

Ergebnis der Analyse: Je rapider die Kleinen in den ersten vier Monaten an Gewicht zugelegt hatten, um so höher war die Wahrscheinlichkeit, mit sieben Jahren übergewichtig zu sein. Diese signifikante Assoziation war unabhängig davon, welches Gewicht die Kinder bei der Geburt oder nach einem Jahr hatten. Die US-Forscher vermuten deshalb, dass die ersten Lebensmonate eine kritische Wachstumsphase sind, in der die Weichen in Richtung Übergewicht gestellt werden können.  Angesichts der zunehmenden Prävalenz der Adipositas halten die Forscher es deshalb für dringend geboten, nach Wegen zu suchen, diese Weichen möglichst schon bei Säuglingen in eine günstigere Richtung verstellen zu können. 

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