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Innere Medizin 21. Februar 2006

Achillessehnen-Tendinopathie: Stoßwellen helfen

Die einmalige Behandlung mit extrakorporalen Stoßwellen (ESWT) führt bei vielen Patienten mit einer mehrere Monate andauernden Tendinopathie der Achillessehne zu guten und sehr guten Ergebnissen.

Bislang existieren keine standardisierten Therapie-Empfehlungen bei einer Tendinopathie der Achillessehne. Üblich sind die Behandlung mit Antiphlogistika, die Erhöhung von Schuhabsätzen, Orthesen, Tape-Verbände und physikalische Therapien. In einer US-amerikani-schen Vergleichsstudie war die ESWT der konservativen Behand­lung signifikant überlegen. Dr. John P. Furia von der Bucknell University in Lewisburg im US-Staat Pennsylvania hat 35 Patienten, bei denen seit mindestens sechs Monaten eine chronische Insertions-Tendinopathie bestand, mit ESWT behandelt. Bedingung war, dass sie auf drei Versuche mit konservativer Behandlung nicht angesprochen hatten. Sie erhielten einmalig Stoßwellen mit 3.000 Impulsen und einer Energieflussdichte von 0,2 mJ/qmm (Gesamt­energieflussdichte 604 mJ/qmm). Abgesehen von einer kurzzeitigen Schonung der Ferse, etwa durch das Tragen eines stabilisierenden Schuhs für einige Tage, erfolgten keine weiteren Maßnahmen. Die Behandlungsergebnisse hat Furia retrospektiv verglichen mit denen von 33 Patienten, die konservativ behandelt wurden (Orthopäde 34, 2005, 571).

Signifikante Schmerzlinderung

Innerhalb von drei Monaten nahmen in der ESWT-Gruppe die Schmerzen deutlich und signifikant von durchschnittlich 7,3 auf 2,9 Punkte ab (gemessen mit visueller Analogskala, 0 bis 10 Punkte). Dieser Effekt war auch bei der Untersuchung nach zwölf Monaten noch vorhanden. In der Kontrollgruppe blieben die Schmerzen dagegen nahezu unverändert. Ein Jahr nach Studienbeginn beurteilten 83 Prozent der ESWT-Patienten das Behand­lungsergebnis als gut oder exzellent, in der Kontrollgruppe waren es 39 Prozent.

Limitierende Lokalanästhesie

Allerdings wirkte die Therapie nicht so gut, wenn die Patienten vor der EWST eine Lokalanästhesie bekamen. Drei Monate nach EWST gaben 67 Prozent der Patienten, die keine Lokalanästhesie erhalten hatten, eine mindestens 50-prozentige Reduktion ihrer Beschwerden an. Mit Lokalanästhesie waren es nur 29 Prozent. Der US-amerikanische Orthopäde bestätigte damit Beobachtungen aus anderen Untersuchungen. Die Ursache für den negativen Einfluss der Lokalanästhesie auf den Erfolg der extrakorporalen Stoßwellentherapie ist noch unklar.

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