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Innere Medizin 28. Februar 2006

Diabetiker-Füße regelmäßig inspizieren

Füße von Diabetikern – das ist bekannt – sind ein spezielles Problem. Damit Verletzungen keinen Ärger bereiten, sollten Füße regelmäßig vom Arzt inspiziert werden. Er kann dem Patienten dabei wichtige Tipps für die Fußpflege geben.

Starke Hornhautbildung und Nagelverdickung an den Füßen sowie häufig Verletzungen aufgrund einer bestehenden Polyneuropathie sind ein bekanntes Problem bei Diabetikern. Basis der Fußpflege bei Diabetes ist die Kontrolle auf kleine Verletzungen und Druckstellen. Die Patienten sollten möglichst täglich ihre Füße inspizieren, rät Evelyn Drobinski, Diabetesberaterin in Hamburg. Das ist besonders wichtig, wenn die Schmerzwahrnehmung bereits beeinträchtigt ist. Ein vor den Fußsohlen aufgestellter Spiegel kann älteren Patienten mit eingeschränkter Beweglichkeit bei der täglichen Fußkontrolle helfen. Werden trotzdem gut erkennbare Läsionen übersehen, könnte ein Besuch beim Augenarzt sinnvoll sein. Können die Patienten selbst ihre Füße nicht mehr zuverlässig inspizieren, kann ein Familienmitglied die Aufgabe übernehmen. Das sollte möglichst immer derselbe Angehörige sein, sonst können kleinere Veränderungen übersehen werden, so Drobinski.

Geeignetes Werkzeug kann Verletzungsrisiko reduzieren

Scharfe Scheren, Nagelknipser und -zangen oder Hornhauthobel haben in der diabetischen Fußpflege nichts verloren. Abgerundete Nagelscheren und -feilen verringern das Verletzungsrisiko. Hornhaut lässt sich mit Naturbimsstein entfernen. Patienten mit eingeschränktem Schmerzempfinden und Hornhautverdickung sind allerdings bei einem diabetologischen Fußpfleger oder bei medizinischen Fußpflegern mit Zusatzausbildung, den Podologen, sicherer aufgehoben. Fußbäder sollten nicht länger als fünf Minuten dauern. Sonst weicht die Haut zu stark auf und kann beim Trocknen einreißen. Zur Kontrolle der Wassertemperatur (höchstens 37° C) ist ein Thermometer zu empfehlen, weil eine Neuropathie das Wärmeempfinden einschränken kann. Danach sollten die Füße sorgfältig abgetrocknet und eingecremt werden, um Fußpilz vorzubeugen. Bei Füßen ohne Hornhautbildung genügt eine handelsübliche Feuchtigkeitslotion – ohne Duftstoffe oder Alkohol, der die Haut austrocknet. Anders bei sehr trockener Haut, wie sie etwa bei autonomer Neuropathie durch den Verlust der Schweißsekretion auftreten kann. Trockene Haut neigt zu Einrissen, die Bakterien und Pilzen eine Eintrittspforte bieten. Für solche Patienten empfehlen sich daher Cremes und Pflegeschäume mit einem Harnstoffanteil von fünf bis zehn Prozent.

Mehr Infos zu Diabetes im Springer Lexikon Medizin, Essay der Professoren Eberhard Standl und Franz Rinninger, S. 481

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