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Innere Medizin 21. Februar 2006

Zu wenig Magnesium – erhöhtes Diabetesrisiko

Magnesiummangel gilt als unabhängiger Risikofaktor für die Diabetesentstehung. Bei Diabetikern besteht oft eine Hypomagnesiämie, die sich mit zunehmend schlechter Einstellung verstärkt.

Mikronährstoffe haben als Modulatoren von Stoffwechselfunktionen bei der Prävention und Therapie des Diabetes mellitus bisher zu wenig Beachtung gefunden. Erhöhte Blutzuckerwerte und deren Folgen lassen sich jedoch durch ihre Substitution reduzieren, berichtet Dr. Bodo von Ehrlich aus Kempten. Magnesium kann als physiologischer Insulinsensitizer die Insulinresistenz vermindern. Große Studien wie die Nurses’ Health Study haben gezeigt, dass Menschen mit der höchsten Magnesiumaufnahme das geringste Diabetesrisiko aufweisen. Bei Diabetikern besteht häufig eine Hypomagnesiämie, die sich mit zunehmend schlechter Einstellung der Patienten weiter verstärkt. Ein Magnesiummangel erschwert die glykämische Führung, während eine adäquate Substitution von 150 bis 200 mg pro Tag sie verbessern kann. Auch zu wenig bekannt ist nach Prof. Dr. Jürgen Vormann, Ismaning, wie wichtig Zink oder Chrom bei der Blutzuckerregulation sind. So ist bei einem Chrommangel die Glukosetoleranz gestört und eine Hyperglykämie die Folge. Mehrere Studien konnten eine deutlich verbesserte Stoffwechseleinstellung nach Substitution von Chrom nachweisen, dessen täglicher Bedarf bei 100 µg liegt. Zink hat eine insulinähnliche Wirkung und beeinflusst dadurch den Glukosestoffwechsel. Ein Zinkmangel ist aber gerade bei Diabetikern keine Seltenheit, erklärt Doz. Dr. Kurt Grüngreiff aus Magdeburg. Die Betroffenen leiden u. a. an Wundheilungsstörungen, Haarausfall, zerebralen Dysfunktionen oder Geschmacks- und Potenzstörungen. Therapeutisch ist bei ihnen eine Nahrungsergänzung mit Zink von täglich 15 mg angezeigt. Der genetischen Veranlagung nach sollte in unserer Ernährung das Verhältnis von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäuren 2 zu 1 betragen, so Dr. Rudolf Ziegler aus Heppenheim. Bei den heutigen Essgewohnheiten liegt jedoch der Quotient bei 25 zu 1. Durch dieses Ungleichgewicht überwiegen die proaggregatorisch, proentzündlich und vasokonstriktorisch wirkenden Derivate der Arachidonsäure. Amerikanische und europäische Fachgesellschaften (AHA, ESC) empfehlen latenten wie manifesten Diabetikern, den Verzehr von arachidonsäurereichen Lebensmitteln wie Fleisch, Wurst, Milch und Eiern einzuschränken und dafür den von kurz- und langkettigen Omega-3-Fettsäuren zu optimieren. Dies bedeutet, auf ihrem Speisezettel sollten vor allem Gemüse, Salat, Nüsse, Hülsenfrüchte, Wild und – entgegen der Intuition – fetter Seefisch (Thunfisch, Wildlachs, Sardine, Atlantik-Hering und Makrele) stehen.

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