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Innere Medizin 21. Februar 2006

Neuropathie bei Diabetes zu lindern erfordert Zeit

Ein Therapieversuch mit Duloxetin, Pregabalin oder Alpha-Liponsäure bei diabetischer Neuropathie lohnt sich. Der erste Blick sollte jedoch der Stoffwechseleinstellung des Patienten gelten.

Eine schlechte Einstellung ist ein Risikofaktor für die diabetische Polyneuropathie, so Prof. Dr. Dan Ziegler vom Deutschen Diabetes-Zentrum (DDZ) in Düsseldorf. Es sollten also Blutzucker und HbA1c optimiert werden. So könne eine intensivierte Insulintherapie bei Typ-1-Patienten das Fortschreiten der Krankheit verlangsamen. Im Vordergrund stehe aber meist die Schmerztherapie, etwa mit Alpha-Liponsäure. Liponsäure wirkt antioxidativ und lindert Schmerzen und Parästhesien. Das wurde in einer Meta-Analyse belegt: Im Vergleich zur Placebogruppe gingen brennende Schmerzen, Taubheitsgefühle und Missempfindungen um 20 bis 30 Prozent zurück, wenn den Patienten drei Wochen lang täglich 600 mg Liponsäure infundiert wurde. Ein ähnlicher Effekt wurde jetzt auch für die orale Therapie mit 600 bis 1.800 mg Liponsäure nachgewiesen. Ziegler: „Eine symptomatische Behandlung mit trizyklischen Antidepressiva ist bei multimorbiden Patienten oft nicht einsetzbar, etwa wegen kardialer Effekte. Eine Alternative bieten der selektive Serotonin-Noradrenalin-Wiederaufnahmehemmer Duloxetin und das Antikonvulsivum Pregabalin.“ So verringerte Duloxetin in drei Monaten die Schmerzen besser als Placebo. Der Unterschied war schon nach einer Woche signifikant. 43 Prozent der Patienten haben mit der Einnahme von 60 mg täglich ihre Schmerzen mindestens halbiert, mit 120 mg waren es 53 Prozent. Als Begleiteffekte können Somnolenz und Übelkeit auftreten. Für Pregabalin ermittelte eine Meta-Analyse mit 1.353 Patienten eine mit der Tagesdosis steigende Erfolgsquote: 150 mg halbierten den Schmerz bei 27 Prozent der Patienten, 300 mg bei 39 Prozent und 600 mg bei 46 Prozent. Ein möglicher Nebeneffekt ist Schläfrigkeit. Wenn sonst nichts hilft, kommen auch Opioide, zusätzlich oder als Monotherapie, in Betracht. Bei allen Substanzen muss Zeit eingeplant werden, denn Erfolge treten selten sofort ein. Zwei bis vier Wochen Geduld empfiehlt Ziegler: „Die Therapie darf nicht zu früh abgebrochen werden.“

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