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Innere Medizin 21. Februar 2006

Richtige Ernährung senkt Risiko für Komplikationen

Eine ausgewogene Ernährung und das Anstreben eines BMI im Normalbereich (19,5 bis 24,9) sollte bei Typ-2-Diabetikern unbedingt angestrebt werden.

Das kardiovaskuläre Risiko von Typ-2-Diabetikern sowie die Mortalitätsrate ist gegenüber gesunden Vergleichspersonen dramatisch erhöht. Die deutsche Internistin und Leiterin des Bereiches Ernährung und Schulung am Deutschen Diabetes Zentrum der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Dr. Monika Töller hat Richtlinien zur optimalen Nährstoffversorgung von Typ-2-Diabetikern ausgearbeitet.1

Eher pflanzliche Fette

Noch mehr als für gesunde Menschen gilt für Typ-2-Diabetiker: Eine Fettzufuhr unter zehn Prozent pro Tag ist genug. Dabei sollte Wert auf ungesättigte Fettsäuren gelegt werden, wie sie etwa in pflanzlichen Ölen enthalten sind. Insgesamt sollte der Fettanteil der täglich zugeführten Energie unter 35 Prozent liegen.

Proteinzufuhr vermindern

Um die Entwicklung einer Albuminurie hintan zu halten und die Abnahme der glomerulären Filtrationsrate zu verzögern, sollte die Proteinaufnahme von Diabetikern zwischen zehn und 20 Prozent liegen. „Studien deuten darauf hin, dass der Austausch von tierischem gegen pflanzliches Protein eine günstige Auswirkung auf die Albuminausscheidung von Diabetikern haben könnte“, erläuterte Töller im Rahmen eines Vortrages anlässlich der Jahrestagung der Österreichischen Diabetes Gesellschaft im Dezember in Baden. „Endgültige Empfehlungen lassen sich aus den vorliegenden Daten jedoch noch nicht ableiten.“

Hohe Ballaststoffzufuhr – auch Zucker ist nicht verboten

Der Anteil an Kohlenhydraten in der täglichen Ernährung von Typ-2-Diabetikern kann zwischen 45 und 60 Prozent liegen. Dabei ist darauf zu achten, dass genügend Ballaststoffe zugeführt werden und der glykämische Index der zugeführten Kohlenhydrate so niedrig wie möglich ist. Besonders gute Kohlenhydratlieferanten sind Ganzkorngetreideprodukte, Obst und Gemüse. Die Menge, Art und Verteilung der Kohlenhydrate sollte so gewählt werden, dass sie zu einer langfristigen, normnahen glykämischen Kontrolle beitragen. Die Ballaststoffaufnahme von Typ-2-Diabetikern sollte bei mehr als 40 g pro Tag liegen. Töller empfiehlt fünf Portionen ballaststoffreicher Gemüse oder Früchte pro Tag und vier Portionen Hülsenfrüchte pro Woche. „Wenn die Blutglukosespiegel befriedigend sind, kann eine moderate Aufnahme freier Zucker in einem Ausmaß von 50 g pro Tag in die Diät von Diabetikern eingeschlossen werden“, hielt Töller weiter fest. Auch Alkohol ist für Diabetiker nicht verboten. Allerdings sollte darauf geachtet werden, dass insulinpflichtige Diabetiker, wegen der Gefahr einer tiefen Hypoglykämie, Alkohol nur gemeinsam mit einer kohlenhydrathaltigen Mahlzeit zu sich nehmen.

1) Töller, M: Evidenz-basierte Ernährungsempfehlungen zur Behandlung und Prävention des Diabetes mellitus. Autorisierte deutsche Version. In Abstimmung mit der Deutschen Diabetes-Gesellschaft, der Deutschen Adipositas-Gesellschaft, der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin und der Deutschen Gesellschaft für Ernährung, Diabetes und Stoffwechsel (2005)14:75-94.

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