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Innere Medizin 25. Jänner 2006

Sauerstoff bremst das Wachstum von Krebszellen

Krebs entsteht durch das ungehemmte Wachstum von fehlprogrammierten körpereigenen Zellen. Forscher fanden jetzt heraus, dass ein erhöhtes Sauerstoffangebot das Wachstum hemmt.

Die Geschwindigkeit des Wachstums ist abhängig von Stoffwechselprozessen, welche Energie bereitstellen. Entweder wird die Energie aus der Vergärung von Zucker gewonnen oder aus der Verbrennung von Sauerstoff - Letztere findet in den Kraftwerken der Zelle, den Mitochondrien, statt. Krebszellen machen zu viel Vergärung und zu wenig Verbrennung. Auf diesen kurzen Nenner lässt sich die bis vor kurzem unbewiesene Krebs-Entstehungstheorie des Medizin-Nobelpreisträgers Otto Warburg bringen.

Konnte nie überzeugend widerlegt werden

Warburg, der von 1883 bis 1970 lebte, stellte diese Hypothese bereits 1924 in Berlin auf. Sie konnte trotz intensiver Anstrengungen nie überzeugend widerlegt werden, aber ebenso wenig bewiesen. Bis heute! Eine Gruppe von Jenaer und Potsdamer Wissenschaftlern hat jetzt den Nachweis geführt und nach über 80 Jahren die Warburg-Hypothese endlich verifizieren können. Ihre Forschungsergebnisse wurden im „Klassiker“ der biochemischen Fachzeitschriften, dem „Journal of Biological Chemistry“, veröffentlicht. Das Wissenschaftlerteam von den Universitäten Jena und Potsdam sowie dem Deutschen Institut für Ernährungsforschung Potsdam-Rehbrücke bewies am Beispiel von Dickdarmkrebs das Oxidationsproblem von Tumorzellen. Die Forscher zwangen die Krebszellen mehr zu atmen, also oxidativen Stoffwechsel zu betreiben. Sie nutzten dazu als „Werkzeug“ das Protein Frataxin, welches sie mittels molekularbiologischer Techniken in die Mitochondrien einsetzten. Mit Hilfe dieses Werkzeugs konnten die Stoffwechselaktivitäten in den Krebszellen erhöht werden. Das Ergebnis: die Zellen verloren die Fähigkeit, bösartige Geschwulste in Versuchstieren zu bilden. „Der Tumor hört im Prinzip auf zu wachsen, weil er gegen seinen Willen vermehrt für ihn schädlichen Sauerstoff verbraucht“, fasst Projektleiter Prof. Dr. Michael Ristow von der Universität Jena das Resultat der Forschungen zusammen. Damit bewiesen die Wissenschaftler, dass die Geschwindigkeit des Tumorwachstums von den Stoffwechselprozessen abhängig ist und dass dies erfolgreich beeinflusst werden kann. Doch das interdisziplinäre Forscherteam war mit diesem ersten Beweis der Warburg-Hypothese noch nicht zufrieden. In einer weiteren Studie schalteten sie im Tierversuch den oxidativen Stoffwechsel in Leberzellen aus. Als Ergebnis breiteten sich nicht nur Tumorzellen schneller aus. „Selbst anfänglich ,gesunde‘ Zellen begannen plötzlich wie Tumore zu wachsen“, erläutert Forscher Michael Ristow.

Mechanismus entdeckt

Mit diesem Resultat und dem Erstbeweis sind sich die Forscher sicher, einen wichtigen Mechanismus der Tumorausbreitung entschlüsselt und experimentell bewiesen zu haben. Jetzt wollen die Forscher damit beginnen, weitere pharmazeutisch wirksame Agenzien zu suchen, um den Stoffwechsel von Krebszellen zu erhöhen. Außerdem will Ristow erforschen, ob dieses Prinzip für alle Tumorarten gilt beziehungsweise welche Krebszellen besonders gut auf diese „Sauerstoff-­Therapie“ ansprechen.

  • Herr anonymus anonymus, 22.11.2009 um 14:10:

    „Hinwzueisen wäre auf die Arbeiten von Johanna Budwig. Sie hatte die gleichen Ergebnisse bereits vor 50 Jahren publiziert. Allerdings steigerte sie die Zellatmung durch Zufuhr mehrfach ungesätigter Fettsäuren, wie sie z. Bsp. im Leinöl vorkommen. Budwigs Theorie ist, dass die mehrfach ungesätigten Fettsäuren als Bestandteile der Membranen, sowohl der Zellen als auch Zellorganellen die Aufnahme des für die Atmung benötigten Sauerstoffs verbessern. Sie beobachtete, dass Tumorzellen das Wachstum reduzierten oder gar einstellten. Dies führte zur Entwicklung der Öl-Eiweiß-Kost in der alternativen Tumortherapie.“

  • Herr Wolfgang Wolf, 29.11.2010 um 22:03:

    „es wäre noch hinzuzufügen, das auch der Krebskranke durch die Verbesserung seiner Atmung den Sauerstoff Gehalt seines Körpers selbstständig anheben kann. Ich habe letztens auf der Seite der IMVA (International Medical Veritas Association) von einem Krebs Kranken gehört der oral Sodium Bicarbonat geschluckt und eine effektivere Atemtechnik entwickelt hat. Er konnte damit sein Tumorwachstum stoppen und sogar rückgängig machen. Da wie schon in dem Bericht erwähnt der Tumor primär von allen Arten von Zucker lebt, sind Lebensmittel in der Nahrung zu vermeiden, die Zucker beinhalten auch Kohlenhydrate da diese leider im Körper wieder in Zucker umgewandelt werden. Anaerobiker (Krebszellen) können unter Sauerstoff nicht leben und gehen zu Grunde. Einfach mal nach "Still alive and well - Confirmed Bicarbonate Cancer Cure" suchen wen die Gesichte interessiert.“

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