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Innere Medizin 19. Jänner 2006

Lunge schlägt Herz?

„Man kann drei Wochen ohne Nahrung, drei Tage ohne Wasser, aber nur drei Minuten ohne Luft auskommen“ – dieser Merkspruch führt uns die essentielle Rolle der Atmung zur Aufrechterhaltung unserer Lebensfunktionen deutlich vor Augen. „Als zentrales Organ unseres Organismus wird die Lunge häufig immer noch unter-bewertet. Sie ist physiologisch und pathophysiologisch ein wesentlich komplexeres Organ als das Herz, weil sie eine Vielzahl von dynamischen Leistungen erbringen muss“, betont Prof. Dr. Lutz-Henning Block, Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP). Die Komplexität der Lunge erklärt und rechtfertigt das Bestreben der Pneumologen nach Eigenständigkeit und Absteckung der Grenzen in der Lungenheilkunde. Doch eines sollte nicht vergessen werden: Ohne Herz geht es ja wohl auch nicht! Erst die Pumpfunktion des Herzens macht den Gasaustausch sinnvoll. Andererseits könnte das Herz noch so schnell schlagen – wenn das Blut in der Lunge nicht mit Sauerstoff angereichert würde, müsste auch das Herz aufgeben. Die Vielschichtigkeit der Lungenerkrankungen und die Patientenzahlen werden auch in Zukunft dafür sorgen, dass die Pneumologie um ihren Stellenwert in der Medizin nicht bangen muss und Pneumologen gleichberechtigt neben Internisten tätig sein können. Zu den großen Hoffnungsgebieten in der Pneumologie gehört die Molekulare Medizin. Mit deren Methoden können Krank-heiten quasi mit einem „inneren Auge“ betrachtet werden. Neue Erkenntnisse ermöglichen eine Behandlungsoptimierung oder gar Heilung bislang nicht therapierbarer Erkrankungen. Große Probleme in der Pneumologie stellen weiterhin obstruktive Ventilationsstörungen wie Asthma und COPD sowie das Bronchialkarzinom dar. Aber auch in diesen Gebieten bringen neue pathophysiologische Modelle diagnostische und therapeutische Fortschritte.

 

Ich wünsche Ihnen einen
interessanten FOKUS!

Eine informative Lektüre wünschen Ihnen, liebe Leserinnen und Leser,
Dr. Myriam Hanna-Klinger, Stv. Chefredakteurin, und das Redaktionsteam der ÄRZTE WOCHE

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