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Innere Medizin 19. Jänner 2006

Vermeidung NSAR-induzierter Ulzera

Im Rahmen einer Therapie mit nicht-selektiven NSAR kann die Schutzschicht, der so genannte Mucus-Puffer, innerhalb des Magens durch Hemmung der Cyclooxygenase-1 ausgedünnt werden. Für den PPI Rabeprazol (Pariet®) konnte nun eine zuvor schon in Tierversuchen nachgewiesene Stärkung des Mucuspuffers auch beim Menschen bestätigt werden.

Der Selbstschutz des Magens gegen die aggressiven Faktoren des Magensaftes (Magensäure und Pepsinogene) stützt sich vor allem auf eine Schutzschicht aus Mucin – dem so genannten Mucus-Puffer. Das Gleichgewicht dieser aggressiven und protektiven Faktoren vermeidet eine Selbstverdauung der Magenschleimhaut. Durch die Gabe nicht-selektiver NSAR zur Schmerz- und Entzündungsbehandlung wird diese Schutzschicht innerhalb des Magens aufgrund der Hemmung der Cyclooxygenase-1 ausgedünnt. Dies führt bei vielen PatientInnen zu einer Schädigung der Magenschleimhaut aufgrund der Abschwächung des protektiven Faktors Mucus-Puffer. Um das Gleichgewicht wieder herzustellen, werden Protonenpumpenhemmer (PPI) als Magenschutz gegeben, da diese den aggressiven Faktor Magensäure reduzieren und dadurch ein neues Gleichgewicht zwischen aggressiven und protektiven Faktoren herstellen.

Zusatznutzen von Rabeprazol

Rabeprazol ist der einzige PPI, für den in Tierversuchen eine Stärkung des Mucuspuffers nachgewiesen werden konnte (Takiuchi et.al.; 1994). Diese Daten wurden 2003 von Skoczylas et.al. auch beim Menschen bestätigt. Unter Rabeprazol kommt es zu einer Stärkung des Mucus-Puffers. In einer aktuellen doppelblinden, Placebo-kontrollierten, überkreuzten Studie von Jaworski et.al. wurde dieses Phänomen jetzt bei einer gleichzeitigen Gabe von Naproxen und Rabeprazol vs. Naproxen und Placebo bei 21 gesunden asymptomatischen Probanden, davon elf Frauen mit einem Durchschnittsalter von 34 Jahren, untersucht.

Signifikante Mucinreduktion unter Naproxen/Placebo

Die Probanden erhielten nach einer Messung der Ausgangswerte je eine Woche Naproxen/Placebo und Naproxen/Rabeprazol mit einer zweiwöchigen Auswaschphase. Unter der Gabe von Naproxen/Placebo kam es im Vergleich zur Ausgangslage zu einer signifikanten Reduktion des Mucinausstoßes, sowohl unter basalen als auch unter Pentagastrin-stimulierten Bedingungen. Dieser Effekt erhöht natürlich das Risiko einer Schädigung der Magenschleimhaut (s. Abb.).

„Doppelter Magenschutz“

Bei Gabe von Naproxen und Rabeprazol kam es neben einer effektiven Hemmung der Magensäureproduktion auch zu einer signifikanten Erhöhung der Mucinproduktion. Dadurch wird die körpereigene Schutzfunktion gegenüber den aggressiven Faktoren massiv gestärkt. Aufgrund dieses Effektes ist die Magenschleimhaut bei Gabe von Rabeprazol laut den Autoren doppelt geschützt.

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