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Innere Medizin 19. Jänner 2006

Rückenschmerz und CED: Eine unheilige Allianz

Die Verknüpfung zwischen der CED und der ankylosierenden Spondylitis ist schon seit längerem bekannt und sollte möglichst früh bedacht werden.

Die Prävalenz der peripheren Gelenksbeteiligung bei CED wird mit 10 bis 28 Prozent angegeben. Sechs Prozent der Patienten mit M. Crohn und 2, 6 Prozent derer mit Colitis ulcerosa leiden gleichzeitig auch unter einer ankylosierenden Spondylitis. Die Kriterien einer undifferenzierten Spondylarthropathie erfüllen 22 Prozent dieser Patienten. Bis zu 28 Prozent der CED-Patienten mit Rückenschmerzen erfüllen die radiologischen Kriterien eines M. Bechterew, in 16 Prozent weisen sie eine einseitige radiologische Sakroilitis auf. „Die ankylosierende Spondylitis bei CED-Patienten beginnt meist schleichend mit Rückenschmerzen in den lumbosakralen, thorakalen oder zervikalen Wirbelsäulenabschnitten bei Patienten um die Lebensmitte. Morgensteife und Nachtschmerz weisen auf eine entzündliche Ursache hin. Typisch sind auch wechselnde Schmerzen im Bereich der Rippen und des Sternums, sowie der Glutealschmerz“, erläuterte Prof. Dr. Winfried Graninger, Klin. Abt. für Rheumatologie, Med. Univ. Graz, beim 4. Symposium über Immunsuppression und monoklonale Antikörper bei CED. „Nur etwa 60 Prozent der Patienten mit enteropathischer Spondylarthropathie sind HLAB 27 positiv. Diese Laboruntersuchung ist hier bei weitem nicht so aussagekräftig wie beim M. Bechterew.“

MRT im Frühstadium nötig

Zur Diagnostik einer eventuellen Wirbelsäulengelenksentzündung gehört laut Graninger unbedingt die Darstellung der Sakroiliakalgelenke, die am aussagekräftigsten mit einem MRT möglich ist. Eine ausgeprägte Spondylar­thropathie der Wirbelsäule ist im konventionellen Röntgenbild natürlich zu sehen. „In den Frühstadien ist aber auch hier das MRT überlegen, da damit aktive und frühe Phasen mit Kontrastmittelgabe dargestellt werden können und dadurch eine Chance besteht, noch lange vor der Entwicklung der klassischen brückenbildenden Spondylophyten therapeutisch eingreifen zu können. Wenn sich im Röntgen jedoch schon die Bambusstabwirbelsäule zeigt, hat das meist keine medikamentös therapeutischen Konsequenzen mehr“, führte der Internist aus. Diagnostischen Wert hat eventuell auch die Darstellung einer kalzifizierenden Enthesiopathie, etwa bei der Ferse. Lässt sich durch die Diagnostik eine entzündliche Genese der Rückenschmerzen bei CED-Patienten ausschließen, so sind Physiotherapie, Rückenschule und Gymnastik angezeigt. Graninger: „Liegt eine entzündliche Genese vor, sollte eine medikamentöse Therapie begonnen werden. Vorsicht mit NSAR, denn sie können auch eine Verschlechterung der Symptomatik der CED mit sich bringen. Die bessere Verträglichkeit der Coxibe bei CED wird kontrovers diskutiert. Hier sind neben den nicht medikamentösen Therapien nicht-saure Analgetika, wie Paracetamol und Opioide, die Mittel der Wahl. Zur langfristigen Verbesserung der Situation wird mit Sulfasalazin eine Verbesserung der Beschwerden erzielt. Falls mit konventionellen Analgetika die Schmerzen persistieren oder eine Spondylarthropathie mit dem MRT dokumentiert ist, steht mit Infliximab eine wirksame Therapieoption zur Verfügung.“

 

Quelle: WMW-Skriptum: Nachbericht 4. Symposium über Immunsuppression und monoklonale Antikörper bei CED.

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