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Innere Medizin 1. April 2007

Das hormonrefraktäre Prostatakarzinom – eine internistische Herausforderung

Das Prostatakarzinom ist die häufigste Krebserkrankung und die zweithäufigste Krebstodesursache beim Mann. Trotz zunehmender Früherkennung wird sie oft erst in fortgeschrittenen Stadien entdeckt. Bei Annahme eines lokal begrenzten Tumors wird eine kurative Therapie angestrebt, sofern die zu erwarerwartende Lebenserwartung mindestens 10 Jahre beträgt. Hierfür in Betracht kommen die radikale Prostatektomie oder die Radiatio. Zwischen einem Viertel und der Hälfte der Patienten sind nach einer radikalen Prostatektomie innerhalb von 10 Jahren von einem Rezidiv betroffen. Die Therapie der Wahl in solchen Fällen ist die Hormontherapie, wobei nach anfänglicher Stabilisierung fast alle Patienten früher oder später eine hormonrefraktäre Progression der Erkrankung entwickeln. Die primäre Therapie des fortgeschrittenen Stadiums besteht in einer Hormontherapie. Dafür stehen zwei Optionen zur Verfügung: der Androgenentzug, also die chirurgische oder medikamentöse Kastration mit LH-RH-Analoga sowie die Androgenblockade mit nichtsteroidalen Antiandrogenen. Steigen trotz Testosteronspiegels im Kastrationsniveau die PSA-Spiegel an und sind Maßnahmen der sekundären hormonellen Manipulation ausgeschöpft, handelt es sich um ein hormonrefraktäres Prostatakarzinom. Dies manifestiert sich entweder im Rahmen eines PSA-Anstiegs oder mit lokaler und/oder viszeraler Metastasierung. In diesem Stadium kann die Chemotherapie erste Erfolge aufweisen. Im weiteren Verlauf sind es die supportiven Maßnahmen mit dem Ziel eine entsprechende Lebensqualität zu erhalten. Mit neuen Substanzen wie Docetaxel (Taxotere®) und Vinorelbin (Navelbine®) zeichnet sich ein Fortschritt in der Behandlung des hormonrefraktären Prostatakarzinoms ab.

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