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Innere Medizin 1. März 2007

Influenza-Impfung in Österreich, 1982–2003

Die Schutzimpfung gegen Influenza spielt eine wichtige Rolle in Programmen für die öffentliche Gesundheit. Anfang der 90er-Jahre begannen internationale Wissenschaftler Informationen über den Gebrauch der Influenza-Impfung in Industrieländern zu sammeln. Der jährliche Level an verteilten Influenza-Impfstoffen in den einzelnen Ländern wurde mittels der Anzahl der verteilten Impfstoffdosen pro 1000 Gesamtbevölkerung berechnet. Im ersten Untersuchungszeitraum (1980–1992) zeigte sich in den 18 teilnehmenden Ländern ein geringer Gebrauch der Impfung. Insgesamt jedoch nahm die Zahl der Dosen in den meisten Ländern zu, mit Ausnahme von Österreich (20 Dosen/1000, 1980 und 23/1000 im Jahr 1992). Im Zeitraum 1992–1995 konnte Österreich den Verbrauch an Impfstoffdosen leicht auf 52/1000 steigern, blieb aber weiterhin hinter den meisten anderen Ländern zurück. Damals war die Selbstzahlung des Impfstoffes üblich, und es gab keinerlei Vergütung durch die Krankenkassen. Im dritten Untersuchungszeitraum (1996–2003) kam es zu einem Anstieg der verteilten Influenza-Impfstoffdosen auf 127/1000, zusammen mit Schweden (127) und Norwegen (102) gehörte Österreich allerdings zu den 3 letzten Ländern in Westeuropa. Mögliche Gründe für diese enttäuschenden Impfraten könnten sein: Die Menschen verwechseln Influenza mit dem grippalen Infekt, ein Mangel an effizientem sozialen Marketing zur Aufklärung der Bevölkerung, es existiert kaum eine Form der Kostenübernahme und es herrscht eine gewisse Uneinigkeit in der österreichischen Ärzteschaft, was die Wichtigkeit der Impfung angeht. Besonders im Hinblick auf eine drohende Pandemie müssen alle Anstrengungen unternommen werden, das Bewusstsein in der Bevölkerung zu heben und gute Durchimpfungsraten zu erzielen.

Ursula Kunze, Ernest Groman, Gabriela Böhm, Michael Kunze, Wiener Medizinische Wochenschrift

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