zur Navigation zum Inhalt
 
Innere Medizin 14. Dezember 2005

Verbessertes Phosphatmanagement bei Dialysepatienten

Vielversprechende Ergebnisse der „Dialysis Clinical Outcomes Revisited (DCOR)“-Studie zur Reduktion des Mortalitätsrisikos von Dialysepatienten wurden bei der Tagung der Amerikanischen Gesellschaft für Nephrologie (ASN), die vom 8. bis 13. November 2005 in Philadelphia, Pennsylvania, stattfand, präsentiert. Durch Einsatz des Phosphatbinders Sevelamerhydrochlorid (Renagel®) der Firma Genzyme konnte die Sterblichkeitsrate deutlich verringert werden.

Weltweit werden etwa 1,3 Millionen Menschen, die an einer chronischen Nierenerkrankung leiden, mittels Hämodialyse behandelt. Etwa 20 bis 25 Prozent der Dialysepatienten in den USA sterben jährlich an Herzkreislauf-Erkrankungen. Als eine der Ursachen für diese hohe Sterblichkeitsrate gilt ein erhöhter Serumphosphatspiegel. Die Ergebnisse der „Dialysis Clinical Outcomes Revisited (DCOR)“-Studie lassen nun auf eine Senkung des Mortalitätsrisikos für Hämodialysepatienten hoffen.

Randomisierte, prospektive Drei-Jahres-Studie

In die Drei-Jahres-Studie, die der Leiter der Studie, Wadi N. Suki, M.D., Professor des Baylor College of Medicine in Houston, Texas, im Rahmen der Tagung der Amerikanischen Gesellschaft für Nephrologie vorstellte, wurden mehr als 2.100 Patienten rekrutiert, um den Unterschied bezüglich Sterberate und Krankheitsstand bei Patienten, die Renagel® (Sevelamerhy­drochlorid) erhielten, mit jenen, die kalziumhaltige Phosphatbinder einnahmen, zu vergleichen. Die besten Behandlungserfolge mit Renagel® waren in zwei Patientengruppen zu erkennen: einerseits bei Patienten, die zwei Jahre oder länger behandelt wurden und andererseits bei Patienten, die 65 Jahre und älter waren. In diesen beiden Gruppen wies DCOR als erste groß angelegte, prospektive und randomisierte klinische Studie bei Verabreichung von Renagel® eine Reduktion von Mortalität und Morbidität bei Patienten unter Hämodialyse nach. Die Analyse von primären und sekundären Endpunkten bezüglich der Sterblichkeitsrate ergab im Detail folgende Ergebnisse:

• Dialysepatienten, die Renagel® einnahmen, hatten ein um neun Prozent reduziertes Gesamt-Mortalitätsrisiko (p= 0,30) im Vergleich zu Patienten, die mit kalziumhaltigen Phosphatbindern behandelt wurden. Dabei zeigte sich eine Abhängigkeit vom Alter der Patienten und der Dauer der Behandlung. Entsprechend wiesen Patienten, die mindestens zwei Jahre mit Sevelamerhydrochlorid behandelt wurden, im Vergleich zu Patienten, die über den gleichen Zeitraum kalziumhaltige Phosphatbinder einnahmen, eine 34-prozentige Reduktion (p= 0,02) ihres Gesamt-Mortalitätsrisikos auf.
• In der Gruppe der Patienten, die 65 Jahre und älter waren, zeigten jene, die mit Sevelamerhydrochlorid behandelt wurden, ein um 22 Prozent geringeres Gesamt-Sterblichkeitsrisiko (p= 0,03) im Vergleich zu Patienten, die kalziumhaltige Phosphatbinder erhielten. Patienten, die 65 Jahre und älter waren und mindestens zwei Jahre Renagel® erhielten, zeigten eine Verringerung des Gesamt-Sterblichkeitsrisikos um 54 Prozent (p= 0,0009).
Sekundäre Endpunkte bezüglich der Sterblichkeit umfassten Tod durch kardiovaskuläre Ereignisse und andere Todesursachen. Diese Resultate waren konsistent mit denen der primären Endpunkte, jedoch nicht statistisch signifikant.

Deutliche Vorteile für Renagel®

Die DCOR-Studie untersuchte darüber hinaus zwei Morbiditäts-Endpunkte: die relative Anzahl der Krankenhauseinweisungen und die Dauer der Krankenhausaufenthalte. Auch hier zeigten sich eindeutige Vorteile für Patienten, die mit Renagel® behandelt wurden. So kam es unter Renagel® zu einer 23-prozentigen Reduktion (p= 0,06) der Anzahl der Krankenhaus­einweisungen pro Jahr im Vergleich zu Patienten, die kalziumhaltigen Phosphatbinder einnahmen. Bei Patienten, die 65 Jahre oder älter waren, erreichte dieser Benefit statistische Signifikanz (p=0,03). Zusätzlich wiesen Patienten, die mit Renagel behandelt wurden, eine 14-prozentige Reduktion der Anzahl der Hospitalisierungstage pro Jahr auf (p= 0,09). Suki: „Zum ersten Mal konnte eine Behandlung die alarmierend hohe Todes- und Krankheitsrate von Dialysepatienten reduzieren. Diese Resultate deuten stark darauf hin, dass die Behandlung mit Renagel® einen enormen Einfluss auf die Gesundheit und das Leben von Patienten haben kann und helfen wird, das Phosphatmanagement bei Dialysepatienten durch die Ärzte neu zu definieren. Die vorliegenden Daten zu Renagel® sollen in den kommenden Jahren durch pharmakoökonomische Untersuchungen ergänzt werden, sodass eine vollständige ökonomische Analyse erfolgen kann.“

 detail

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben