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Innere Medizin 14. Dezember 2005

Kostengünstige Therapie der renalen Anämie

In der Behandlung der renalen Anämie konnte für Darbepoetin alfa (Aranesp®) im Vergleich zu Epoetin eine bessere Kosteneffizienz nachgewiesen werden.

Patienten mit schweren Nierenerkrankungen leiden sehr häufig an einer renalen Anämie. Wie es in den aktuellen Therapie-Richtlinien heißt, „sollten ab einem Hämoglobin-Wert unter 11g/dl alle chronisch nierenkranken Patienten mittels Erythropoese-stimulierenden Faktoren behandelt werden“ (Nephrology-Dialysis-Transplantation 2004; 19 [Suppl. 2]: ii1-ii47). Ein Hämoglobin-Zielwert von =11g/dl wird heute sowohl für dialysepflichtige als auch für alle nicht-dialysepflichtigen, nierenkranken PatientInnen empfohlen. Was einen weiteren Hb-Anstieg über 12 g/dl hinaus betrifft, ist bei verschiedenen Begleiterkrankungen Vorsicht angezeigt. Stärker als früher wird in den aktuellen Leitlinien bei der Empfehlung von Applikationsweg und -frequenz die Wirtschaftlichkeit innerhalb der Substanzklasse berücksichtigt. Was Epoetin betrifft, ist der Dosisbedarf unter intravenöser Gabe höher als bei subkutaner Applikation. Allerdings ist die intravenöse Verabreichung zumindest für Hämodialyse-Patienten angenehmer, da ja eine zusätzliche Injektion wegfällt. „Dennoch ist aus wirtschaftlichen Gründen bei Epoetin beta die s.c-Gabe wegen des niedrigeren erforderlichen Dosisbedarfs der i.v.-Applikation vorzuziehen“, wird in den Therapie-Richtlinien betont.

Darbepoetin alfa: Kein Dosismehrbedarf bei i.v.-Applikation

Im Gegensatz zur Anämietherapie mit Epoetin zeigen die Daten für Darbepoetin alfa (Aranesp®) keinen Unterschied in der erforderlichen Dosis zwischen subkutaner und intravenöser Gabe. Gerade in der Hämodialyse kann damit die für die Patienten angenehme i.v.-Applikation gewählt werden, ohne dass dabei ein Dosismehrbedarf und eine erhöhte Kostenbelastung in Kauf genommen werden müssten. Weiters ergab eine aktuelle Studie des St. James´s University Hospital in Leeds, dass bei der Umstellung von dreimal wöchentlicher auf einmal wöchentliche Gabe von Epoetin beta eine Dosiserhöhung von 24 Prozent notwendig wurde (Tolman et al., J Am Soc Nephrol 2005; 16: 1463-1470). Hingegen konnte bei der Umstellung von dreimal wöchentlicher Verabreichung von Epoetin beta auf einmal wöchentliche Gabe von Darbepoetin alfa (Aranesp®) die Dosis um 20 Prozent reduziert werden. Wie die Forscher betonen, war dies die erste randomisierte Untersuchung, in der die beiden Medikamente im Rahmen einer einmal wöchentlichen, subkutanen Verabreichung verglichen wurden. Die Umstellung auf Darbepoetin erfolgte mittels der bewährten Formel 200 IE r-HuEpo = 1 Mikrogramm Darbepoetin alfa. An der Studie nahmen insgesamt 217 Hämodialyse-Patienten teil, der Beobachtungszeitraum betrug neun Monate. „Der direkte Vergleich der wöchentlichen Dosen von Epoetin beta und Darbepoetin alfa zeigte, dass die Epoetin beta-Dosis in einer unselektierten Hämodialyse-Population bei stabilem Hämoglobin zu Studienende 44 Prozent über der von Darbepoetin alfa lag“, so die Wissenschafter zusammenfassend. Die wirtschaftlichen Folgen der Dosisreduktion unter Darbepoetin alfa (Aranesp®) liegen auf der Hand: Hochgerechnet beispielsweise auf ein Jahr ergeben sich für Patienten, die auf Darbepoetin eingestellt sind, wesentlich niedrigere Therapiekosten.

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