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Innere Medizin 1. Februar 2007

Wirkung des Atorvastatin auf die periphere Endothelfunktion und systemische Entzündungsparameter in

GRUNDLAGEN: Eine endotheliale Dysfunktion, messbar an einer verminderten Fluss-vermittelten Vasodilatation (FMD) der Brachialarterie, geht mit erhöhten Konzentrationen systemischer Entzündungsparameter, wie man es bei Patienten mit koronarer Herzkrankheit (KHK) findet, einher. Therapeutische Interventionen wie etwa eine Lipidsenkung mit Statinen, verbessern die FMD und vermindern systemische Entzündungsparameter wie zum Beispiel das lösliche E-Selectin (sE-selectin), das lösliche interzelluläre Ahäsionsmolekül-1 (sICAM-1) oder des hochsensitive C-reaktive Protein (hsCRP). Die Wirkung einer Behandlung mit Atorvastatin sowohl auf die FMD als auch auf diese zirkulierenden Entzündungsstoffe in Patienten mit stabiler KHK wurde bisher noch nicht eingehend untersucht. METHODIK: Dreißig hypercholesterinämische Patienten mit einer angiographisch dokumentierten KHK und stabiler Angina pectoris wurden für 3 Monate doppelblind randomisiert zu Plazebo oder Atorvastatin (20 mg täglich). Die FMD der Brachialarterie wurde mittels hochauflösendem Ultraschall (13 MHz; Acuson Sequioa C256) bestimmt. Das hochsensitive C-reaktive Protein wurde mit einem Latex-Agglutinations-Test und das sE-Selectin sowie das sICAM-1 wurden mit einem ELISA gemessen. ERGEBNISSE: Die Patientencharakteristik zu Beginn war in beiden Gruppen gleich. Die FMD verbesserte sich in den mit Atorvastatin behandelten Patienten (6,7 ± 3,8 % to 8,5 ± 4,4 %; p < 0,01), blieb aber unverändert in den zu Plazebo randomisierten Patienten (8,2 ± 3,3 % to 8,9 ± 5,1 %; p = NS). Die Therapie mit Atorvastatin ging einher mit einer Reduktion des sICAM-1 (von 274,2 ± 92,2 auf 197,9 ± 70,0 ng/ml; p < 0,01) und des hsCRP (von 0,57 ± 0,45 auf 0,18 ± 0,15 mg/dl; p < 0,01), wohingegen Plazebo auf diese Entzündungsparameter keinen Einfluss hatte. sE-Selectin wurde weder durch Atorvastatin noch durch Plazebo beeinflusst. Darüber hinaus fand sich keine Korrelation zwischen den Veränderungen der FMD, der Lipide und der systemischen Entzündungsparameter. SCHLUSSFOLGERUNGEN: Eine Therapie mit Atorvastatin verbessert die periphere Endothelfunktion und reduziert systemische Entzündungsparameter in Patienten mit stabiler koronarer Herzkrankheit. Die fehlende Korrelation zwischen der Veränderung der Endothelfunktion und der Entzündungsparameter unterstützt das Konzept der pleiotropen Effekte von Statinen in Menschen.

Hannes Franz Alber, Matthias Frick, Alois Süssenbacher, Jakob Dörler, Wolfgang Dichtl, Eva-Maria Stocker, Otmar Pachinger, Franz Weidinger, Wiener Medizinische Wochenschrift

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