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Innere Medizin 18. Oktober 2005

Neue Wirbelsäulenoperation

Für Patienten mit verengter Wirbelsäule und Instabilität durch Bandscheibendegeneration gibt es nun neue Hoffnung durch eine risikoarme Operation.

Betroffene leiden oft unter einem langsam ansteigenden Schmerz im Rücken und in den Beinen. Früher wurde in einem solchen Fall operativ dekomprimiert: Das bedeutet, dass die Nerven von der Einengung zwar befreit waren, aber die Wirbelsäule nicht stabilisiert wurde. Am Landeskrankenhaus Feldkirch operiert Prim. Prof. Dr. Alfred Witzmann, der Leiter der Neurochirurgischen Abteilung, seit Sommer 2004 erfolgreich mit einem U-förmigen Implantat, dem „interspinösen U“, das gleichzeitig den Nerv vom Druck befreit, aber auch stabilisiert. Das Implantat wird durch einen relativ kleinen operativen Eingriff zwischen den Dornfortsätzen der Wirbelsäule eingeklemmt. Dies hat den Zweck, den Wirbelkanal offen zu halten. Der beengte Nerv wird durch Distraktion entlastet und verursacht keine Schmerzen mehr. Gleichzeitig hat das Implantat stabilisierende Wirkung. „Das interspinöse Implantat besteht aus stabilem Titan – ein für den Patienten ausgezeichnet verträgliches Material. Es gibt verschiedene Größen, sodass man jedem Segment ein maßgeschneidertes U implantieren kann“, erklärt Prof. Witzmann. Oft sind mehrere Wirbelsäulensegmente betroffen. In diesen Fällen werden mehrere Implantate in die Wirbelsäule eingefügt.

Stabilisierung der Wirbelsäule

Ein weiterer Vorteil liegt im geringen Risiko bei der Operation selbst. „Es besteht keine Gefahr einer Nervenverletzung“, so Witzmann. Auch im Falle einer Entfernung ist mit keinen Beeinträchtigungen zu rechnen. Die Patienten müssen mit einem vier- bis fünftägigen stationären Aufenthalt rechnen. Eine Nachsorge ist nicht notwendig, die Wirbelsäule ist gleich nach der Operation wieder voll belastbar. Welche Patienten können nun auf Besserung ihrer Rückenschmerzen hoffen? In der Feldkircher Neurochirurgie operieren die Spezialisten am häufigsten Patienten, die über 50 Jahre alt sind. Oft liegt nicht nur eine Verengung vor, sondern auch eine Instabilität. Das heißt, dass bei einer vorliegenden Wirbelkanalverengung dekomprimiert und mit dem U gespreizt wird, um zusätzlich auch noch Stabilität zu erzielen. Aber auch bei jüngeren Patienten wird das Implantat verwendet: Bei einem jüngeren Menschen kommt es seltener zu einer schmerzhaften Wirbelverengung, sondern öfter zu Bandscheibendegenerationen. Auch hier kann in bestimmten Fällen das U-förmige Implantat zur Stabilisierung der Wirbelsäule verwendet werden. Die bereits operierten Patienten sind mit dem Ergebnis des neuen Implantats äußerst zufrieden.

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