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Innere Medizin 7. Oktober 2005

Infektionsgefahren auf Reisen

Tollwut-Impfungen sollten Reisenden trotz geringem Ansteckungsrisiko verstärkt ans Herz gelegt werden. Treten Symptome auf, ist die Infektion tödlich.

Zur FSME-Impfung wird - außer in Süddeutschland - in Österreich, Südschweden, im Baltikum und in vielen Ländern Osteuropas geraten. Für Aufenthalte in Endemiegebieten außerhalb von Deutschland ist sie eine empfohlene Reiseimpfung. Bei Reisen in viele südliche Länder sowie in die Tropen wird außer der Polio-Impfung vor allem der Hepatitis A-Schutz empfohlen. Ein erhöhtes Risiko besteht etwa in Italien, der Türkei, Griechenland, Spanien, Afrika, Mittel- und Südamerika, Asien und in der Karibik. Infektionsgefahren sind häufig nicht ausreichend gegarte Meeresfrüchte wie Muscheln.

Hepatitis ist weit verbreitet

Bei Personen, die vor 1950 geboren wurden, die Hepatitis A in der Anamnese haben oder die lange in Endemiegebieten gelebt haben, rät die deutsche Ständige Impfkommission (STIKO), zunächst die Antikörper auf Hepatitis A zu testen. Die Hepatitis B-Impfung wird von der STIKO bei längerem Aufenthalt in Endemiegebieten oder bei engem Kontakt zur Bevölkerung empfohlen. Ein hohes Risiko besteht nach Angaben der US-Seuchenbehörde Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in ganz Afrika südlich der Sahara, in Teilen von Brasilien, Kolumbien, Venezuela und in Peru, zudem in Saudi-Arabien, Südostasien einschließlich China sowie den GUS-Staaten in Mittelasien. Zur Typhus-Impfung wird bei Reisen in die Tropen und Subtropen unter schlechten hygienischen Bedingungen geraten. In Ländern mit hoher Gefährdung durch streunende Hunde – etwa Brasilien, Indien und Thailand – ist zudem der Tollwutschutz zu erwägen. Reiseimpfungen können auch bei chronisch Kranken und alten Menschen in der Regel sicher vorgenommen werden. Bei Allergien gegen Hühnereiweiß oder gegen Inhaltsstoffe einiger Vakzine kann es jedoch Einschränkungen geben.

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