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Innere Medizin 7. Oktober 2016

Ein Test, bevor die Knochen brechen

Osteoporose. Anhand eines neuen miRNAbasierten Tests kann Osteoporose frühzeitig diagnostiziert werden.

Bei der Jahrestagung der American Society for Bone and Mineral Research (ASBMR) in Atlanta, Georgia vom 16. bis 19. September, stellte das Wiener Spin-off Unternehmen der BOKU, TAmiRNA, den ersten miRNA-basierten Test für Osteoporose vor – den osteomiR™-Testkit. Das Testkit ermöglicht einen Nachweis spezifischer miRNAs in Serumproben von Patienten. Er basiert auf der raschen Quantifizierung von elf miRNAs, von denen gezeigt wurde, dass sie Osteoporose und das Risiko für Knochenbrüche besser prognostizieren können als bisher verbreitete Methoden.

Der osteomiR™-Kit wurde für niedergelassene Ärzte und klinische Kompetenzzentren konzipiert. Vorerst wird er jedoch lediglich zu Forschungszwecken angeboten; die Ergebnisse wurden aber bereits in Fachzeitschriften publiziert und die nächsten klinischen Phasen sind in Planung. miRNAs sind eine Klasse von nicht-kodierenden RNA Molekülen, deren zentrale Funktion die Regulation der Genexpression und damit des Zellverhaltens ist. miRNAs werden jedoch auch in hohem Maße von Zellen ausgeschüttet, und ihre Zusammensetzung im Blut hängt wesentlich von der Entstehung und dem Fortschreiten bestimmter Erkrankungen ab.

„Anhand mehrerer Studien in mehr als 1.000 Patienten konnten wir zeigen, dass bestimmte miRNAs stark mit dem Fortschreiten von Osteoporose und dem Risiko für Knochenbrüche assoziiert sind. Aus diesen Daten konnten wir diagnostische Algorithmen auf Basis von miRNAs und klinischen Parametern entwickeln, die eine genauere Patientenklassifizierung zulassen sollen“, erläutert Prof. Dr. Johannes Grillari, Universität für Bodenkultur Wien, Mit-Gründer und wissenschaftlicher Berater von TAmiRNA.

Das Spin-off-Unternehmen der BOKU arbeitet derzeit auch an anderen altersbedingte Erkrankungen, um diese mittels RNA Biomarkern früh erkennen zu können.

Quelle: Presseaussendung B3C newswire


Philip Klepeisz
, Ärzte Woche 41/2016

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