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Innere Medizin 6. Oktober 2016

Aufklärungskampagne zu chronisch-­entzündlichem Rückenschmerz

Charakteristisch für axiale Spondyloarthritis (axSpA) ist ein langer Leidensweg. Nur ein Viertel der Betroffenen erhält die richtige Diagnose zeitnah, durchschnittlich dauert es bis zu sieben Jahre bis die Erkrankung erkannt wird. Dabei wäre eine möglichst frühe Therapie notwendig, um schwerwiegende Folgeschäden zu vermeiden. Eine im Juni gestartete Aufklärungsinitiative der Österreichischen Vereinigung Morbus Bechterew  (ÖVMB), gemeinsam mit AbbVie, will die Früherkennung bei chronisch-entzündlichem Rückenschmerz  fördern. Die Botschaft „zeig Rückgrat“ soll junge Erwachsene dazu animieren, anhaltende Rückenschmerzen  ernst zu nehmen. Auf www.rückencheck.at gibt ein einfacher 5-Fragen-Test innerhalb einer Minute eine erste  Einschätzung eines möglichen Erkrankungsrisikos.   

Etwa  60.000  Menschen  in  Österreich  leiden  an  axSpA.  Der  Ausbruch   verläuft   meist   schleichend    und   beginnt   typischerweise   zwischen  dem  17.  und  30.  Lebensjahr.   Die  anfangs  oft  nicht  klar  zuordenbaren  Schmerzen  betreffen  den  unteren  Wirbelsäulenbereich  sowie  das   Kreuz-Darmbein-Gelenk.   Von   dort    strahlen  die  Schmerzen  in  das  Gesäß   und in die Oberschenkel aus. „Rückenschmerzen,  die  schon  länger  als  drei   Monate  andauern,  in  der  Lendenwirbelsäule  sowie  darunter  sitzen  und   hauptsächlich  in  Ruhephasen,  insbesondere  in  der  Nacht  und  am  frühen   Morgen  auftreten,  können  auf  axiale   Spondyloarthritis  hinweisen“,  erklärt   der  Rheumatologe  Doz.  Dr.  Johannes   Grisar vom Krankenhaus für Barmherzige Schwestern, Wien, und führt weiter aus: „Symptomatisch ist auch, dass  sich die Schmerzen bei Bewegung und  im Laufe des Tages bessern.“

» Die Dunkelziffer bei chronisch- entzündlichem Rückenschmerz ist  hoch: Experten schätzen, dass drei  Viertel aller Betroffenen von ihrer Erkrankung nichts wissen. Die  Dunkelziffer  bei  chronisch  entzündlichem  Rückenschmerz  ist  sehr   hoch.  Experten  schätzen,  dass  etwa   drei  Viertel  aller  Betroffenen  von  der   Erkrankung  nichts  wissen. 

Grund  dafür  sind  die  nicht  klar  zuordenbaren   Symptome.  Deshalb  liegen  zwischen   dem  Ausbruch  der  Krankheit  und  der   eindeutigen Diagnose oft fünf bis sieben  Jahre.  Damit  verbunden  sind  oft   eine  jahrlange  Ärzte-Odyssee  und  ein   schmerzhafter  Leidensweg.  „Mit  Fortschreiten  der  Krankheit  kommt  es  zu   einer  zunehmenden  Verknöcherung   der  Wirbelsäule  und  einer  massiven   Beeinträchtigung  der  Lebensqualität   und  Arbeitsfähigkeit  der  Betroffenen“,   so Grisar.  

„Zeig Rückgrat“ – Nimm deine  Rückenschmerzen ernst  

Das  Bewusstsein  für  chronisch  entzündlichen  Rückenschmerz  und  dessen  Früherkennung  voranzutreiben,   ist  zentraler  Bestandteil  der  Aufklärungsinitiative (Abb.  1 ). Unter dem  Motto „zeig Rückgrat“ sollen vor allem  junge Erwachsene als potentielle Risikogruppe sensibilisiert und zum Fünf- Fragen-Test  auf   www.rückenckeck.at bewegt werden. Der Symptom-Check  wurde  von  Experten  entwickelt  und   ermöglicht  jedem  Teilnehmer  innerhalb einer Minute eine erste Einschätzung  eines  Erkrankungsrisikos.  Die   Ergebnisse  sollten  dann  mit  einem   Rheumatologen  besprochen  werden.   Ziel ist es, den Zeitraum zwischen Ausbruch und Diagnose erheblich zu verkürzen.  Paul  Pocek,  Präsident  der  Österreichischen  Morbus  Bechterew-Vereinigung:  „Als  Betroffener  weiß  ich  aus   eigener Erfahrung, wie sehr die Krankheit  die  Lebensqualität  beeinträchtigen  kann.  Deshalb  ist  es  uns  als  Patientenvereinigung ein großes Anliegen,  die wichtige Zielgruppe der jungen Erwachsenen  auf  die  Krankheit  und  die   Bedeutung  der  Früherkennung  aufmerksam  zu  machen.  Diese  jungen   Menschen  stehen  mitten  im  Leben.   Beruf,  Freunde,  Partner  und  Familie   sind  wichtig  für  sie.  Damit  sie  weiterhin  aktiv  bleiben  können,  hat  neben   der Therapie besonders Bewegung einen  entscheidenden  Einfluss  auf  den   Krankheitsverlauf.“   

Quelle: Pressemitteilung AbbVie GmbH

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