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Innere Medizin 1. Juni 2006

Molekulare Therapien bei malignen Gliomen

Trotz den heute zur Verfügung stehenden Therapiemöglichkeiten besitzen maligne Gliome weiterhin eine schlechte Prognose. Daher besteht ein dringender Bedarf zur Evaluierung neuer Therapiekonzepte, die auf einem besseren molekularen Verständnis der Onkogenese maligner Gliome basieren. Verschiedene Ansätze molekularer Therapien bei malignen Gliomen werden in präklinischen und klinischen Studien auf ihre Wirksamkeit und Anwendbarkeit überprüft. Dazu zählen vor allem selektiv wirkende klein-molekulare Inhibitoren der Signaltransduktion und die Gen-Therapie. Viele Wachstumsfaktoren, Wachstumsfaktor-Rezeptoren – in der Regel Rezeptor-Tyrosinkinasen – und die mit dem Rezeptor assoziierten intrazellulären Signalwege sind ganz entscheidend in der Onkogenese von Gliomen beteiligt. Verschiedenste klein-molekulare Substanzen, die selektiv mit Molekülen dieser Signaltransduktionswege interferieren, werden momentan in präklinischen und klinischen Studien untersucht. Verschiedene Ansätze der Gen-Therapie zeigten in experimentellen Studien zu malignen Gliomen antitumorale Wirksamkeit. Erste klinische Studien zur Gen-Therapie dieser Tumore wurden in den 90er Jahren begonnen, in denen die retrovirale Herpes-Simplex-Thymidinkinase- (HSV-Tk-) Gen-Therapie am häufigsten angewandt wurde. Die entscheidende Hürde für eine erfolgreiche klinische Gen-Therapie ist der effiziente Gentransfer in die Tumorzelle. Aus diesem Grund wurden in den letzten Jahren neue Gentransfer-Systeme entwickelt. Diese basieren einerseits auf Adeno-, Adeno-assoziierten-, Herpes- and Lentiviren, andererseits auf Träger-Zell-Systeme, wie neurale und endotheliale Vorläuferzellen. Zusätzlich wurden in den letzten Jahren Antisense-Technologien entwickelt und bereits klinisch durch kontinuierliche intratumorale Applikation getestet (z. B. Antisense-TGF-β). Diese Arbeit beschreibt einige neue Entwicklungen molekularer Therapien für maligne Gliome, wobei der Fokus auf klein-molekularen Inhibitoren und Gentherapie-Konzepten liegt.

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