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Innere Medizin 1. Juni 2006

Chemotherapie maligner Gliome

Nach einer Durststrecke von mehreren Jahrzehnten konnte in der Therapie des Glioblastoma multiforme, des häufigsten und bösartigsten primären Hirntumors bei Erwachsenen, endlich eine Verbesserung der Prognose erreicht werden. Durch die konkomitante und adjuvante Therapie mit Temozolomide, einer oralen alkylierenden Substanz, konnte eine signifikante Verlängerung der Überlebenszeit der Patienten erzielt werden (Studie EORTC 26981/22981, NCIC CE3). Diese Therapie wird von den meisten Patienten gut vertragen. Während der konkomitanten Phase sind wöchentliche Blutbildkontrollen dringend angezeigt. Die häufigste und schwerwiegendste beobachtete Toxizität waren Grad III und IV Thrombozytopenien und Lymphozytopenien bei etwa 5 % der Patienten. In der EORTC-Studie war eine Prophylaxe gegen Pneumocystis carinii Pneumonie vorgeschrieben. Eines der wichtigsten Ergebnisse der Studie war auch, dass die Lebensqualität der Patienten durch die ganze Therapiephase hindurch stabil gehalten werden konnte. Wieweit sich dieses Therapiekonzept auf andere Hirntumore übertragen lässt oder welche Dosismodifikationen von Temozolomide oder Kombinationen mit anderen Substanzen, insbesondere mit "small molecules", die Effektivität der Therapie steigern können, sollte in weiteren Studien untersucht werden.

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